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Man muß bedenken, aus welch jämmerlichen Gesichtspunkten
heraus sogenannte "Parteiprogramme" normal zusammengeschustert und von
Zeit zu Zeit aufgepumpt oder umgemodelt werden. Man muß die treibenden
Motive besonders dieser bürgerlichen "Programm-Kommissionen" unter die
Lupe nehmen, um das nötige Verständnis für die Bewertung dieser
programmatischen Ausgeburten zu gewinnen.
Es ist immer eine einzige Sorge, die entweder zur
Neuaufstellung von Programmen oder zur Abänderung der vorhandenen
antreibt: die Sorge um den nächsten Wahlausgang. Sowie in den
Köpfen dieser parlamentarischen Staatskünstler die Ahnung aufzudämmern
pflegt, daß das liebe Volk wieder einmal revoltiert und aus dem Geschirr
des alten Parteiwagens entschlüpfen will, pflegen sie die Deichseln neu
anzustreichen. Dann kommen die Sterngucker und Parteiastrologen, die
sogenannten "erfahrenen" und "gewiegten", meistens alten Parlamentarier,
die in ihrer "reichen politischen Lehrzeit" sich analoger Fälle zu
erinnern vermögen, da auch der Masse endlich die Stränge ihrer Geduld
gerissen, und die ähnliches wieder bedrohlich nahe fühlen. So greifen
sie zu den alten Rezepten, bilden eine "Kommission", horchen im lieben
Volk herum, beschnüffeln die Presseerzeugnisse und riechen so langsam
heraus, was das liebe breite Volk gerne haben möchte, was es verabscheut
und was es sich erhofft. Jede Berufsgruppe, ja jede
Angestelltenklasse wird genauestens studiert und in ihren geheimsten
Wünschen erforscht. Auch die "üblen Schlagworte" der gefährlichen
Opposition pflegen dann plötzlich reif für eine Überprüfung zu sein und
tauchen nicht selten, zum größten Erstaunen ihrer ursprünglichen
Erfinder und Verbreiter, ganz harmlos, wie selbstverständlich im
Wissensschatz der alten Parteien auf.
So treten die Kommissionen zusammen und "revidieren" das alte
Programm und verfassen ein neues (die Herrschaften wechseln dabei
ihre Überzeugungen wie der Soldat im Felde das Hemd, nämlich immer dann,
wenn das alte verlaust ist!), in dem jedem das Seine gegeben wird.
Der Bauer erhält den Schutz seiner Landwirtschaft, der Industrielle den
Schutz seiner Ware, der Konsument den Schutz seines Einkaufs, den
Lehrern werden die Gehälter erhöht, den Beamten die Pensionen
aufgebessert, Witwen und Waisen soll in reichlichstem Umfang der Staat
versorgen, der Verkehr wird gefördert, die Tarife sollen erniedrigt und
gar die Steuern, wenn auch nicht ganz, aber doch so ziemlich abgeschafft
werden. Manches Mal passiert es, daß man doch einen Stand vergessen oder
von einer im Volk umlaufenden Forderung nichts gehört hat. Dann wird in
letzter Eile noch hineingeflickt, was Platz hat, so lange, bis man mit
gutem Gewissen hoffen darf, das Heer der normalen Spießer samt ihren
Weibern wieder beruhigt zu haben und hochbefriedigt zu sehen. So kann
man innerlich also gerüstet im Vertrauen auf den lieben Gott und die
unerschütterliche Dummheit der wahlberechtigten Bürger den Kampf um
die "neue Gestaltung" des Reiches, wie man sagt, beginnen.
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Beispiel EU-Parlament
"Selbstbedienungsparadies" |
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Die Fraktionssitzung war abgesagt,
sein österreichischer Kollege Hans-Peter Mar-tin hatte kurzerhand
die Anwesenheits-liste eingesammelt, um sie wegzutragen. Da riss
ihm Görlach, so erinnert sich Martin, die Liste aus der Hand - und
unter-schrieb noch schnell. Lohn der Tat: 262 Euro Tagegeld extra
für den gierigen Herrn Görlach.
Selbstbedienungsparadies Brüssel. Wäh-rend überall sonst gespart
und gekürzt wird, gilt hier der ungehemmte Zugriff auf die Kassen
weiterhin als schützenswert. ... Das ist alles noch nichts gemessen
am Reingewinn, den viele Parlamentarier auf Reisen einstreichen.
Ein deutscher Abgeordneter kassiere so jährlich bis zu 28500 Euro
extra, schätzt van Hulten. Der Grund: Die Parlamentarier lassen
sich den Preis eines teuren, umbuchbaren Tickets erstatten - auch
wenn sie mit dem Billigflieger unterwegs sind. |
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stern.de - 09. März 2004 |
Wenn dann der Wahltag vorbei ist, die Parlamentarier für fünf Jahre
ihre legte Volksversammlung abgehalten haben, um sich von der Dressur
des Plebs hinweg zur Erfüllung ihrer höheren und angenehmeren Aufgaben
zu begeben, löst sich die Programm-Kommission wieder auf, und der Kampf
um die Neugestaltung der Dinge erhält wieder die Formen des Ringens um
das liebe tägliche Brot: Dieses heißt aber beim Parlamentarier Diäten.
Jeden Morgen begibt sich der Herr Volksvertreter in das Hohe Haus,
und wenn schon nicht ganz hinein, so doch wenigstens bis in den Vorraum,
in dem die Anwesenheitslisten auf liegen. Im angreifenden Dienste für
das Volk trägt er dort seinen Namen ein und nimmt als wohlverdienten
Lohn eine kleine Entschädigung für diese fortgesetzten zermürbenden
Anstrengungen entgegen.
Nach vier Jahren oder in sonstigen kritischen Wochen, wenn die
Auflösung der parlamentarischen Körperschaften wieder näher und näher zu
rücken beginnt, beschleicht die Herren plötzlich ein unbezähmbarer
Drang. So wie der Engerling nicht anders kann, als sich zum Maikäfer zu
verwandeln, so verlassen diese parlamentarischen Raupen das große
gemeinsame Puppenhaus und flattern flügelbegabt hinaus zum lieben Volk.
Sie reden wieder zu ihren Wählern, erzählen von der eigenen enormen
Arbeit und der böswilligen Verstocktheit der anderen, bekommen aber von
der unverständigen Masse statt dankbaren Beifalls manches Mal rohe, ja
gehässige Ausdrücke an den Kopf geworfen. Wenn sich diese Undankbarkeit
des Volkes bis zu einem gewissen Grade steigert, kann nur ein einziges
Mittel helfen: der Glanz der Partei muß wieder aufgebügelt werden, das
Programm ist verbesserungsbedürftig, die Kommission tritt erneut ins
Leben, und der Schwindel beginnt von vorne.
Bei der granitenen
Dummheit unserer Menschheit wundere man sich nicht über den Erfolg.
Geleitet durch seine Presse und geblendet vom neuen verlockenden
Programm, kehrt das "bürgerliche" wie das "proletarische" Stimmvieh
wieder in den gemeinsamen Stall zurück und wählt seine alten Betrüger.
Damit verwandelt sich der Volksmann und Kandidat der
schaffenden Stände wieder in die parlamentarische Raupe und frißt
sich am Gezweig des staatlichen Lebens weiter dick und fett, um sich
nach vier Jahren wieder in den schillernden Schmetterling zu verwandeln.
Es gibt kaum etwas Deprimierenderes, als diesen ganzen Vorgang in der
nüchternen Wirklichkeit zu beobachten, diesem sich immer wiederholenden
Betrug zusehen zu müssen.
Aus solchem geistigen Nährboden schöpft man im bürgerlichen Lager
freilich nicht die Kraft, den Kampf mit der organisierten Macht des
Marxismus [heute Globalismus] auszufechten.
Ernstlich denken die Herrschaften auch nie daran. Bei aller
zugegebenen Beschränktheit und geistigen Inferiorität dieser
parlamentarischen Medizinmänner der weißen Rasse können sie selber sich
nicht im Ernste einbilden, auf dem Wege einer westlichen Demokratie
gegen eine Lehre anzukämpfen, für welche die Demokratie samt allem, was
drum und dran hängt, im besten Falle ein Mittel zum Zweck ist, das man
anwendet, um den Gegner zu lähmen und dem eigenen Handeln freie Bahn zu
schaffen. Wenn nämlich ein Teil des Marxismus [Globalismus] zur Zeit
auch in äußerst kluger Weise die unzertrennliche Verbindung mit den
Grundsätzen der Demokratie vorzutäuschen versucht, dann möge man doch
gefälligst nicht vergessen, daß in der kritischen Stunde diese
Herrschaften sich um eine Majoritätsentscheidung nach
westlich-demokratischer Auffassung einen Pfifferling kümmerten! Es war
dies in den Tagen, als die bürgerlichen Parlamentarier die Sicherheit
des Reiches in der monumentalen Borniertheit einer überragenden Zahl
garantiert sahen, während der Marxismus mit einem Haufen von
Straßenstrolchen, Deserteuren, Parteibonzen und jüdischen Literaten
kurzerhand die Macht an sich riß, der Demokratie solcher Art eine
schallende Maulschelle versengend.
Daher gehört dann schon das
gläubige Gemüt eines solchen parlamentarischen Zauberpriesters
bürgerlicher Demokratie dazu, um zu wähnen, daß jetzt oder in der
Zukunft die brutale Entschlossenheit der Interessenten und Träger jener
Weltpest einfach durch die Beschwörungsformeln eines westlichen
Parlamentarismus gebannt werden könnte.
Der Marxismus [heute Globalismus] wird so lange mit der Demokratie
marschieren, bis es ihm gelingt, auf indirektem Wege für seine
verbrecherischen Ziele sogar noch die Unterstützung der von ihm zur
Ausrottung bestimmten nationalen geistigen Welt zu erhalten. Käme er
aber heute zur Überzeugung, daß sich aus dem Hexenkessel unserer
parlamentarischen Demokratie plötzlich eine Majorität zusammenbrauen
ließe, die - und wäre es nur auf Grund ihrer zur Gesetzgebung
berechtigten Mehrzahl - dem Marxismus ernstlich auf den Leib rückte, so
wäre das parlamentarische Gaukelspiel gleich zu Ende. ...
Wie gesagt, es gehört schon ein gläubiges Gemüt dazu, sich einem
solchen Spieler gegenüber an Regeln zu binden, die für diesen immer nur
zum Bluff oder zum eigenen Nutzen vorhanden sind, die über Bord
geschleudert werden, sobald sie seinen Vorteilen nicht mehr entsprechen.
Da bei allen Parteien sogenannter bürgerlicher Einstellung in
Wirklichkeit der ganze politische Kampf tatsächlich nur im Raufen um
einzelne Parlamentsstühle besteht, wobei Einstellungen und Grundsätze je
nach Zweckmäßigkeit wie Sandballast über Bord geworfen werden, so sind
natürlich auch ihre Programme demgemäß abgestimmt und - umgekehrt
allerdings - auch ihre Kräfte danach bemessen. Es fehlt ihnen jene
große magnetische Anziehung, der die breite Masse immer nur folgt unter
dem zwingenden Eindruck großer überragender Gesichtspunkte, der
Überzeugungskraft bedingungslosen Glaubens an dieselben, gepaart mit dem
fanatischen Kampfesmut, für sie einzustehen.In einer Zeit aber, in
welcher die eine Seite, ausgerüstet mit allen Waffen einer, wenn auch
tausendmal verbrecherischen Weltanschauung, zum Sturm gegen eine
bestehende Ordnung antritt, kann die andere ewig nur Widerstand leisten,
wenn sich dieser selber in die Formen eines neuen, in unserem Falle
politischen Glaubens kleidet und die Parole einer schwächlichen und
feigen Verteidigung mit dem Schlachtruf mutigen und brutalen Angriffs
vertauscht. Wenn daher heute unserer Bewegung, besonders von seiten
sogenannter nationaler bürgerlicher Minister, etwa des bayerischen
Zentrums, der geistreiche Vorwurf gemacht wird, daß sie auf eine
"Umwälzung" hinarbeite, kann man einem solchen politisierenden
Dreikäsehoch nur eines zur Antwort geben: Jawohl, wir versuchen
nachzuholen, was ihr in eurer verbrecherischen Dummheit versäumt habt.
Ihr habt durch die Grundsätze eures parlamentarischen Kuhhandels
mitgeholfen, die Nation in den Abgrund zu zerren; wir aber werden, und
zwar in den Formen des Angriffs, durch die Aufstellung einer neuen
Weltanschauung und der fanatischen unerschütterlichen Verteidigung ihrer
Grundsätze unserem Volke die Stufen bauen, auf denen es dereinst in den
Tempel der Freiheit wieder emporzusteigen vermag. ... Aus ihrer
Erkenntnis heraus mußte sich eine neue Staatsauffassung formen, die
selber wieder ein wesentlicher Bestandteil einer neuen Weltauffassung
ist. |