Zeitgeschichte 2009

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Erstveröffentlichung dieses Artikels: 16/10/2009 - Quelle: NJ-Autoren

Die Akte Sobibor
(Teil 16)

Anläßlich des Sobibor-Prozesses gegen den hochbetagten John Demjanjuk veröffentlichen wir "Die Akte Sobibor", erstellt von revisionistischen Wissenschaftlern und unabhängigen Holocaust-Forschern.

Teil 1

Die gnadenlose Hatz auf den greisen John Demjankuk

Teil 2

Das offizielle Sobibor-Bild und die zeitgenössischen Dokumente

Teil 3

Der Schlüsselzeuge

Teil 4

Die Entstehung des Mythos

Teil 5

Das Lager Sobibor in der offiziellen Geschichtsschreibung

Teil 6

Julius Schelvis' Standardwerk über Sobibor. Eine kritische Analyse

Teil 7

Toivi Blatt, sein Tagebuch und sein Gespräch mit Karl August Frenzel

Teil 8

Sobibor-Gaskammern: Augenzeugenberichte und Offizialgeschichte

Teil 9

Die beiden Sobibor-Prozesse von 1950

Teil 10

Der Sobibor-Prozess in Hagen (1965/1966)

Teil 11

Sobibor Prozesse in Israel, der UdSSR, Brasilien und Österreich

Teil 12

Die vergebliche Suche nach dem Vergasungsgebäude

Teil 13

Die Massengräber

Teil 14

Holzbedarf und Verbrennungsasche

Teil 15

Die nationalsozialistische Judenpolitik

Teil 16

Durchgangslager Sobibor

Teil 17

Die Opferzahl von Sobibor. Eine Hypothese

Teil 18

Die Abdankung der Vernunft

Teil 19

Das Schicksal der in die Ostgebiete deportierten Juden

Teil 20

Der Fall Demjanjuk

Teil 21

Schlussfolgerung

   

1. "Durch die Lager im Generalgouvernement durchgeschleust"

Gemäss dem aus dem Jahre 1943 stammenden Korherr-Bericht waren bis Ende 1942 "1.274.166 Juden "durch die Lager im Generalgouvernement durchgeschleust" worden [1]. Dass es sich bei diesen Lagern um Belzec, Sobibor und Treblinka handelte, war von Anfang an klar; den endgültigen Beweis hierfür lieferte der erst anno 2001 veröffentlichte Höfle-Funkspruch, in dem diese drei Lager in abgekürzter Form ("B", "S" und "T") genannt werden. Als viertes Lager erwähnt Höfle "L", d. h. Lublin-Majdanek, das offenbar zusätzlich zu seiner Hauptfunktion als Kriegsgefangenen- und Konzentrationslager noch eine Nebenfunktion als Durchgangslager besass; allerdings war die Zahl der aus Majdanek überstellten Juden im Vergleich zu  Sobibor, Belzec und Treblinka gering.

Die wenigen vorhandenen Dokumente über letztere drei Lager lassen nicht die Spur eines Zweifels an ihrer Funktion aufkommen:

- Sobibor wurde sowohl von Heinrich Himmler (in seinem Rundschreiben vom 5. Juli 1943) als auch von Oswald Pohl (in seiner Antwort vom 15. Juli 1943) als "Durchgangslager" bezeichnet [2];

- Belzec war laut dem Reuter-Vermerk vom 17. März 1942 die "Zielstation", über welche die aus dem Generalgouvernement abgeschobenen Juden "über die Grenze kommen" sollten [3];

- Treblinka war ebenfalls ein Durchgangslager, wie u. a. aus dem bekannten Briefwechsel zwischen dem Staatssekretär im Reichsverkehrsministerium Albert Ganzenmüller und dem SS-General Karl Wolff hervorgeht. Am 28. Juli 1942 teilte Ganzenmüller Wolf mit, seit dem 22. 7. gehe täglich ein Zug mit 5.000 Juden von Warschau über Malkinia nach Treblinka ab. Am 13. August antwortete Wolff:

"Mit besonderer Freude habe ich von Ihrer Mitteilung Kenntnis genommen, dass nun schon seit 14 Tagen täglich ein Zug mit 5.000 Angehörigen des auserwählten Volkes nach Treblinka fährt und wir doch auf diese Weise in die Lage versetzt sind, diese Bevölkerungsbewegung in einem beschleunigten Tempo durchzuführen." [4]

Den orthdoxen Historikern fällt zu all dem nichts Besseres ein, als gebetsmühlenhaft zu wiederholen, die Wörter "durchschleusen", "Durchgangslager", "über die Grenze kommen" und "Bevölkerungsbewegung" seien Bestandteil einer Tarnsprache gewesen, deren sich die nationalsozialistischen Führer selbst in ihrer vertraulichen Korrespondenz bedient hätten, um den Massenmord in "Vernichtungslagern" zu vertuschen! Wer zu solchen Tricks greift, ist kein Wissenschaftler, sondern ein Ideologe.

Nicht alle aus Treblinka, Belzec und Sobibor überstellten Juden kamen in die Ostgebiete. Wie revisionistische Forscher nachgewiesen haben, wurden aus Treblinka und Belzec kleinere Gruppen jüdischer Häftlinge nach Majdanek sowie in Arbeitslager des Lubliner Distrikts überstellt [5] Dass von Sobibor aus eine gewisse Anzahl niederländischer Juden in Arbeitslager geschickt wurden, kann man u. a. bei J. Schelvis nachlesen, der selbst zu diesen Überstellten gehört hatte [6]. Andererseits trafen in Sobibor im Herbst 1943 einige Transporte aus dem weissrussischen Minsk ein; dem zweiten davon gehörte Alexander Petscherski an [7]. Der Grund für diese Transporte kann nur darin bestanden haben, dass die Deutschen Arbeiter benötigten, beispielsweise für die Entlaborierungsanstalt für Beutemunition, deren Einrichtung Himmler in seinem Rundschreiben vom 5. Juli 1943 angeordnet hatte. Hätten die Deutschen diese weissrussischen Juden umbringen wollen, so hätten sie dies selbstverständlich in Weissrussland selbst getan.

2) Die Objekte A und E im Lagersektor III

Ein Durchgangslager musste zwangsläufig gewisse hygienische Einrichtungen besitzen, um die Gefahr der Verschleppung von Seuchen so weit wie möglich zu verringern. Hierzu gehörten eine Entwesungsanlage, in der die Kleider der Überstellten von der Laus, der Trägerin des gefürchteten Flecktyphus, befreit wurden, sowie Duschen.

Die archäologischen Untersuchungen Prof. Kolas auf dem Gelände des ehemaligen Lagersektors III von Sobibor belegen die Existenz von Bauwerken, für welche die offizielle Geschichtsversion keine Erklärung weiss [8], die sich jedoch aus revisionistischer Perspektive ohne weiteres deuten lassen. Das ca. 2,75 x 2,75 m grosse, mit einem Keller und einem Kohlenlager versehene "Objekt A", von dem  Prof. Kola die unfundierte Hypothese aufstellt, es könnte eine Schmiede gewesen sein, war mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Heissluft-Entwesungskammer. Neben der Entwesung mit dem Insektizid Zyklon-B (dessen Gebrauch in Sobibor nicht attestiert ist) wurde zur Bekämpfung von Schadinsekten regelmässig auch Heissluft verwendet.

Die riesige, T-förmige Baracke, deren grösserer Teil 60 bis 80 m mass ("Objekt E"), dürfte eine weitere Entwesungsanlage enthalten haben (da mit einem Transport bis zu 2.000 Juden in Sobibor angelangten, war Objekt A zu klein, um eine derart grosse Anzahl von Kleidungsstücken zu entlausen), ferner Duschen und, worauf die zahlreichen vorgefundenen persönlichen Gebrauchsgegenstände hindeuten, auch Magazine. (Dass die Häftlinge das Lager III nackt betreten mussten, ist selbstverständlich eine der vielen albernen Lügen der "Augenzeugen".)

3) Unfreiwillige Hinweise auf die wahre Funktion Sobibors in den Augenzeugenberichten

Dass ausnahmslos alle in der Literatur zitierten Sobibor-Zeugen von einer Massenvernichtung in diesem Lager sprechen, lässt sich ohne weiteres damit erklären, dass sie sich untereinander abgesprochen hatten, oder dass der eine Zeuge wiederholte, was er von einem anderen gehört oder in irgendeinem Buch oder einer Zeitung gelesen hatte. Bezüglich der Zahl der Opfer sowie der Tötungsmethode liessen die Zeugen jedoch ihrer Phantasie freien Lauf; dies erklärt die von ihnen genannten, teils irrsinnigen Opferzahlen (bis zu zwei Millionen!) sowie ihre skurrilen Aussagen über Tötungen mittels Chlor oder einer schwarzen Flüssigkeit sowie über eine Gaskammer mit aufklappbarem Boden, durch den die Leichen wahlweise in einen Keller, eine Grube oder einen Eisenbahnwaggon fielen.

Eine aufmerksame Lektüre der Augenzeugenberichte liefert eine ganze Reihe von unfreiwilligen Hinweisen darauf, dass Sobibor in der Tat jenes Durchgangslager war, als dass es in den zeitgenössischen deutschen Dokumenten bezeichnet wird. Hierzu einige Beispiele.

Alexander Petscherski: "Auf den ersten Blick hatte man noch den Eindruck, man betrete ein ganz normales Bad. Hähne für heisses und kaltes Wasser, Waschbecken." [9]

Wozu war dieses Täuschungsmanöver notwendig? Laut der offiziellen Sobibor-Version wurden die Opfer im Zustand völliger Nacktheit von mit Gewehren und Peitschen ausgerüsteten Ukrainern in das "Vernichtungsgebäude" getrieben. Unter diesen Umständen wären Flucht- oder Widerstandsversuche von vorne herein aussichtslos gewesen, und die Opfer hätten das "Bad" auch dann betreten, wenn dieses weder Hähne noch Waschbecken besessen hätte.

Der Ukrainer Michail Razgonayev, der in Sobibor Dienst getan hatte und nach dem Krieg den Sowjets in die Hände geriet, sagte vor seiner Erschiessung bei einem Verhör aus, sämtliche Häftlinge hätten vor Betreten des "Bads" ein Stück Seife erhalten [10]. Da die Vorstellung, die Deutschen hätten die während des Krieges stets knappe Seife für ein vollkommen überflüssiges Betrugsmanöver vergeudet, nur Kopfschütteln hervorrufen kann, lautet die einzige logische Schlussfolgerung, dass die Häftlinge kein "Bad", sondern ein echtes Bad betraten.

Y. Arad schreibt:

"Die Ungewissheit über das Schicksal der Juden, die ins Lager III verbracht wurden, lastete schwer auf denen, die zur Arbeit ausgewählt worden waren. Tage, ja Wochen vergingen, ehe die jüdischen Gefangenen, die in Lager I und Lager II arbeiteten, herausfanden, dass die dorthin Geführten vergast worden waren." [11]

Unter Berufung auf die Aussagen des ehemaligen Sobibor-Häftlings Ber Freiberg fährt Arad fort:

"Zwei Wochen lang hofften er und seine Kameraden, dass die [mit ihnen nach Sobibor gelangten] Menschen nicht ermordet, sondern in die Ukraine geschickt worden waren – obgleich sie nur wenige hundert Meter von den Gaskammern entfernt arbeiteten." [12]

Solche Behauptungen stehen in schreiendem Widerspruch zur der offiziellen These, laut der, wie die polnische Exilzeitschrift Polish Fortnightly Review am 1. Juli 1942 berichtet hatte,

"der Gestank der verwesenden Leichen in Sobibor so gross sein soll, dass die Bewohner des Distrikts und selbst das Vieh den Ort meiden".

Wenn dies stimmte, wie konnten die Häftlinge in den Lagersektoren I und II dann tagelang, ja wochenlang in Ungewissheit über das Schicksal der in den Sektor III Verbrachten schweben? Auch dem führenden Sobibor-Spezialisten der orthodoxen Geschichtsschreibung, J. Schelvis, fällt dieser eklatante Widerspruch nicht auf; er schreibt:

"Die Arbeitshäftlinge wussten nicht genau, was in ihrer unmittelbaren Nähe im Lager III vor sich ging." [13]

Auf derselben Seite liest man:

"… der Gestank von Leichen und später die lodernden Flammen waren der Beweis, dass ganz in ihrer Nähe Menschen getötet wurden."

Wo bleibt denn da die Logik?

Die niederländische Jüdin Judith Eliazer gab am 5. Februar 1946 in Rotterdam folgendes zu Protokoll:

"Wir sind am 10. März 1943 von Westerbork direkt nach Sobibor transportiert werden, wo wir am 13. oder 15. März eintrafen. Dortselbst wurden wir ausgemustert. 30 Mädchen und 44 Männer wurden herausgeholt. Der Rest wurde vergast und verbrannt. (Wir haben gesehen, daß die anderen in Kippwägelchen weggefahren wurden. Vermutlich sind sie in Gruben geworfen [worden]). Sobibor war kein Lager. Es war ein Durchgangslager." [14]

Indem sie einerseits die üblichen Ausrottungsgeschichten wiederkäut und Sobibor andererseits ausdrücklich als Durchgangslager bezeichnet, verwickelt sich auch diese Zeugin in einen unlösbaren Widerspruch.

1

Nürnberger Dokument NO-5194.

2

Siehe Teil 2.

3

Siehe Teil 11.

4

Raul Hilberg, Sonderzüge nach Auschwitz, Dumjahn, München 1981, S. 181.

5

Carlo Mattogno und Jürgen Graf, Treblinka – Vernichtungslager oder Durchgangslager?, a.a.O. (siehe Artikel 1) - Carlo Mattogno, Belzec…, a.a.O. (siehe Artikel 1).

6

J. Schelvis, Vernietigingskamp Sobibor, a.a.O. (siehe Artikel 6), S. 12.

7

Siehe Artikel 3.

8

Siehe Artikel 12.

9

Y. Suhl, Ed essi si ribellarono, a.a.O. (siehe Artikel 3), S. 31.

10

http://ftp.nizkor.org/ftp.cgi/camps/aktion.reinhard/ftp.py?camps/aktion.reinhard//sobibor/razgonayev.001

11

Y. Arad, Belzec, Sobibor, Treblinka.,a.a.O. (siehe Artikel 5), S. 79.

12

Ebenda.

13

J. Schelvis, Vernichtungslager Sobibor, Metropol Verlag, Berlin 1998, S. 82.

14

Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie, Amsterdam, 200AR-Z251/59 0V, S. 904.


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