Zeitgeschichte 2009

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Erstveröffentlichung dieses Artikels: 29/11/2009 - Quelle: NJ-Autoren

Die Akte Sobibor
(Teil 19)

Anläßlich des Sobibor-Prozesses gegen den hochbetagten John Demjanjuk veröffentlichen wir "Die Akte Sobibor", erstellt von revisionistischen Wissenschaftlern und unabhängigen Holocaust-Forschern.

Teil 1

Die gnadenlose Hatz auf den greisen John Demjankuk

Teil 2

Das offizielle Sobibor-Bild und die zeitgenössischen Dokumente

Teil 3

Der Schlüsselzeuge

Teil 4

Die Entstehung des Mythos

Teil 5

Das Lager Sobibor in der offiziellen Geschichtsschreibung

Teil 6

Julius Schelvis' Standardwerk über Sobibor. Eine kritische Analyse

Teil 7

Toivi Blatt, sein Tagebuch und sein Gespräch mit Karl August Frenzel

Teil 8

Sobibor-Gaskammern: Augenzeugenberichte und Offizialgeschichte

Teil 9

Die beiden Sobibor-Prozesse von 1950

Teil 10

Der Sobibor-Prozess in Hagen (1965/1966)

Teil 11

Sobibor Prozesse in Israel, der UdSSR, Brasilien und Österreich

Teil 12

Die vergebliche Suche nach dem Vergasungsgebäude

Teil 13

Die Massengräber

Teil 14

Holzbedarf und Verbrennungsasche

Teil 15

Die nationalsozialistische Judenpolitik

Teil 16

Durchgangslager Sobibor

Teil 17

Die Opferzahl von Sobibor. Eine Hypothese

Teil 18

Die Abdankung der Vernunft

Teil 19

Das Schicksal der in die Ostgebiete deportierten Juden

Teil 20

Der Fall Demjanjuk

Teil 21

Schlussfolgerung

   

1) Die Erkenntnisse des Demographieprofessors Eugene M. Kulischer (1943)

Da die Anglo-Amerikaner in allen von Deutschland kontrollierten Ländern über ein dichtes Netz von Informanten verfügten, konnten ihnen die ab Ende 1941 erfolgten Massendeportationen von Juden unmöglich entgehen. Wussten sie auch über das Schicksal der Deportierten Bescheid?

Die Frage ist ganz eindeutig mit Ja zu beantworten. Einen schlagenden Beweis hierfür liefert ein 1943 erschienenes Buch des jüdischstämmigen kanadischen Demographieprofessors Eugene M. Kulischer mit dem Titel The Displacement of Population in Europe[1] ("Die Bevölkerungsverschiebungen in Europa”). Bei der Erstellung seiner Studie stützte sich Kulischer auf Informationen, die er von zahlreichen Organisationen erhalten hatte, vom American Jewish Joint Distribution Committee bis zum American Jewish Committee, vom French Information Centre bis zum Polish Information Centre. Uns interessiert hier lediglich das Kapitel "The Expulsion and Deportation of Jews” ("Die Vertreibung und Deportation von Juden”) [2].

Wie gut Kulischer über diese Deportationen unterrichtet war, beweist seine Statistik der aus verschiedenen Ländern ausgesiedelten Juden. Vergleichen wir seine Ziffern mit denen des – ebenfalls 1943 erschienenen und im Westen damals natürlich unbekannten – Korherr-Berichts, so ergibt sich folgendes, erstaunliches Bild:

Deportationsländer Kulischer Korherr (3)
Altreich 120.000 100.516
Österreich 40.000 47.555
Slowakei 62.000 56.691
Böhmen und Mähren 50.000 bis 60.000 69.677
Insgesamt 272.000 bis 282.000 274.439

Was mit den aus Westeuropa deportierten Juden geschah, beschrieb Kulischer wie folgt:

"Zuerst werden sie ins Generalgouvernement geschickt. Dann wird die Stadt, in der sie sich niedergelassen haben, ‘gesäubert’. An ihrem neuen Wohnort wird ein Ghetto eingerichtet. Doch selbst das Ghetto bietet den Juden nicht die Sicherheit eines permanenten Aufenthaltortes, und sie werden abermals weiter nach Osten abgeschoben. Gleichzeitig wirkt jedoch ein anderer Faktor, der Ende 1940 in Erscheinung trat und jetzt wachsende Bedeutung gewinnt, in entgegengesetzter Richtung – die Bedürfnisse der deutschen Kriegswirtschaft. […] Zuerst wurden die Juden für Arbeiten verwendet, die keine Qualifikation erforderten, doch später erhielten die ‘brauchbarsten’ von ihnen eine angemessene, ihren Qualifikationen entsprechende Arbeit. Juden wurden natürlich nicht wieder in jene Berufe zugelassen, von denen sie ausgeschlossen worden waren. Sie wurden als Zwangsarbeiter mobilisert, zuerst um ‘deutsche Arbeiter für dringende Bauarbeiten für das Reich freizustellen’, später jedoch auch für direkte Beschäftigung in der Rüstungsindustrie. In einer Anzahl von Fällen wurden die Juden nicht deshalb umgesiedelt, weil man sie als Arbeiter benötigte, doch in anderen Fällen wurden sie gezielt an Orte gesandt, wo sie zur Arbeit eingesetzt werden konnten. In gewissem Umfang wurde der Charakter, ja der Bestimmungsort der Deportation vom Mangel an Arbeitskräften diktiert. […] Im Verlauf des Jahres 1942 wurde Zwangsarbeit zum allgemeinen Los der Juden in Polen sowie in den von Deutschland besetzten Territorien. Der Zeitraum, für den arbeitstaugliche Juden zur Zwangsarbeit verpflichtet werden, ist nicht länger begrenzt. […] Am 20. November 1941 liess Generalgouverneur Hans Frank am Rundfunk die Nachricht verbreiten, dass die polnischen Juden früher oder später weiter nach Osten abgeschoben würden. Seit Sommer 1942 sind die Ghettos und Arbeitslager in den von Deutschland okkupierten Ostgebieten zum Bestimmungsort für Deportierte sowohl aus Polen als auch aus West- und Mitteleuropa geworden; insbesondere wurden umfangreiche Überstellungen aus dem Warschauer Ghetto beobachtet. Viele der Deportierten wurden in die Arbeitslager an der russischen Front geschickt, andere zur Arbeit in den Sümpfen von Pinsk, oder in die Ghettos der Baltenstaaten, Weissrusslands und der Ukraine.”

Diese Schilderung stimmt genau mit dem Inhalt der deutschen Dokumente der Kriegszeit überein! Von einer Judenausrottung in "Vernichtungslagern” oder von gigantischen Massenerschiessungen an der Ostfront sprach Kulischer mit keinem einzigen Wort, obgleich die jüdischen Organisationen, von denen er einen Grossteil seiner Informationen erhalten hatte, 1942 pausenlos mit solchen Geschichten hausierten. Kulischer war offenbar intelligent genug, um zwischen Realität und Propaganda unterscheiden zu können. Und was ein Demographieprofessor in Kanada wusste, wussten auch die Regierenden in Washington und London. Nicht umsonst hat weder Roosevelt noch Churchill Krieges je das Wort "Gaskammern” in den Mund genommen. Nicht umsonst haben die Alliierten im Frühling 1944 nach dem Beginn der Judendeportationen von Ungarn nach Auschwitz die Eisenbahnlinie, auf der die Transporte verliefen, nicht bombardiert. Sie wussten Bescheid darüber, was in Auschwitz wirklich geschah – so wie sie zwei Jahre zuvor darüber Bescheid gewusst hatten, dass die im Rahmen der "umfangreichen Überstellungen” aus dem Warschauer Ghetto ausgesiedelten Juden nicht in Treblinka in Dampf- oder Gaskammern ermordet, sondern "in die Arbeitslager an der russischen Front, zur Arbeit in den Sümpfen von Pinsk oder in die Ghettos der Baltenstaaten, Weissrusslands und der Ukraine” geschickt wurden.

2. Anmerkungen zum Schicksal der auf direktem Wege in die Ostgebiete deportierten Juden

Ab November 1941 wurden den Dokumenten der Reichsbahn zufolge 56.211 Juden aus dem Altreich, Österreich und dem Protektorat Böhmen und Mähren auf direktem Wege, d. h. ohne Zwischenhalt in einem Durchgangslager, nach Osten abgeschoben [4]; 15.114 davon gelangten nach Riga. Einem Dokument der Einsatzgruppen[5] lässt sich allerdings entnehmen, dass insgesamt 25.103 Juden in die lettische Hauptstadt deportiert wurden, was bedeutet, dass die Eisenbahndokumente zumindest in diesem Punkt unvollständig sind. Somit erhöht sich die Gesamtzahl dieser Deportierten auf mindestens [56.221 – (25.103 – 15.114) =] 66.210.

Das Schicksal eines Teils von ihnen lässt sich nachverfolgen.

In The Hoax of the Twentieth Century geht Arthur Butz auf den Fall der deutschen Jüdin und Sozialist Jeannette Wolff ein, die 1942 nach Riga abgeschoben wurde und ihre dortigen Erlebnisse nach dem Krieg schilderte[6]. In einem 1990 erschienenen Sammelband figurieren die Berichte von fünf deutschen Jüdinnen und zwei deutschen Juden, die 1941 oder 1942 ebenfalls nach Riga und 1944 von dort aus ins Konzentrationslager Stutthof östlich von Danzig deportiert worden waren [7].

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass von den 48.609 Juden, die zwischen dem 29. Juni und dem 27. Oktober 1944 in Stutthof eintrafen, 25.043 – also mehr als die Hälfte – aus dem Baltikum überstellt worden waren (10.458 aus dem litauischen Kaunas und 14.585 aus dem lettischen Riga). Zu ihnen gehörten Hunderte von minderjährigen Kindern, die auf den Deportationslisten als "Knabe" oder "Mädchen" gekennzeichnet waren. Auf den – fragmentarisch erhaltenen – Listen mit den Namen der aus Kaunas Überstellten wurden diese Bezeichnungen für Personen verwendet, die 1929 oder später geboren und somit höchstens 15 Jahre alt waren. Auf der Transportliste vom 12. Juli 1944 sind 510 der insgesamt 3.098 Namen erhalten, darunter die von 80 "Knaben" oder "Mädchen". Auf der annähernd vollständig erhaltenen Liste vom 19. Juli gehörten 88 von 1.095 Deportierten zu dieser Kategorie. Die Gesamtzahl der Knaben und Mädchen muss jedoch weit höher gewesen sein, da am 25. Juli 483 Knaben und 416 Mädchen aus Stutthof nach Auschwitz überstellt wurden[8].
Die Verschickung deutscher Juden in die Ostgebiete wird in der offiziellen "Holocaust"-Geschichtsschreibung nicht verschwiegen. Gerald Reitlinger vermeldet:

"Eine grössere Zahl von Deportierten kam nach Riga. […] Jeannette Wolff […] zählte elf Transporte, den ausserordentlich grossen eingeschlossen, in dem sie selbst am 25. Januar 1942 mit 1.350 anderen von Dortmund nach Riga geschickt wurde. […] Darauf [d.h. auf Intervention der Wehrmacht, welche die Juden als Arbeiter und Schreibkräfte schätzte] folgte im Juli und August 1942 eine Wiederaufnahme des Russlandplanes, in deren Verlauf etwa 25.000 Juden aus dem Grossdeutschen Reich nach Riga, Estland und in die Umgebung von Minsk deportiert worden sind." [9]

Die Beziehungen zwischen der Wehrmacht und den für sie arbeitenden deutschen Juden waren offenbar so gut, dass sich der SS-Obergruppenführer Richard Hildebrandt, Leiter des SS-Rasse- und Siedlungshauptamtes, am 20. August 1943 zu der Forderung veranlasst sah, alle über das rein Dienstliche hinausgehenden Kontakte zwischen Wehrmachtsangehörigen und Juden sowie den Einsatz letzterer für Büroarbeiten und für private Zwecke zu verbieten [10].

Diese Fakten sind mit der offiziellen Geschichtsversion unvereinbar. Man halte sich folgendes vor Augen:

Die Deportationen setzten im November 1941 ein. Laut der "Holocaust"-Geschichte wurde bereits im Dezember 1941 mit Chelmno (Kulmhof) das erste "Vernichtungslager" in Betrieb genommen. Da ein Lager nicht über Nacht entsteht, muss die Errichtung von Chelmno bereits Monate früher geplant worden sein, und falls dieses wirklich ein Vernichtungslager war, bedeutet dies zwangsläufig, dass zum damaligen Zeitpunkt bereits ein Plan zur physischen Ausrottung der Juden existierte. (Wir erinnern daran, dass Chelmno ebenso wie die später errichteten Lager Belzec, Sobibor und Treblinka ein reines Vernichtungslager gewesen sein soll, indem auch arbeitsfähige Juden bis auf eine Handvoll provisorisch verschonter "Arbeitsjuden” sofort unregistriert vergast wurden.) Warum wurden dann ab November 1941 deutsche, österreichische und tschechische Juden nicht etwas zur Vergasung nach Chelmno, sondern in die Ostgebiete gesandt?

Wie Reitlinger bestätigt, wurden ab Juli und August 1942 25.000 deutsche Juden nach Lettland, Estland und Weissrussland geschickt, wo man sie durchaus nicht vernichtete, sondern als Arbeiter und Schreiber einsetzte. Ab Juli 1942 waren gemäss der "Holocaust”-Literatur fünf, ab August desselben Jahres sechs "Vernichtungslager” in Betrieb. Warum wurden die betreffenden Juden an diesen fünf bzw. sechs "Vernichtungslagern” vorbei ins Baltikum oder nach Weissrussland geschickt?
Dermassen elementare Fragen stellen sich die offiziellen Historiker wohlweislich nie!

3. Die Anzahl der in die Ostgebiete überstellten Juden und der Anteil nicht-polnischer Juden unter ihnen

a) Die Anzahl der via die Lager der "Aktion Reinhardt" Überstellten

Ehe wir uns der Frage nach dem Schicksal der auf indirektem Wege, d. h. über Durchgangslager, in die Ostgebiete evakuierten Juden zuwenden, wollen wir versuchen, ihre ungefähre Anzahl in Erfahrung zu bringen. Dabei gehen wir davon aus, dass diese Deportierten im grossen ganzen identisch mit den laut der orthodoxen Literatur "in Vernichtungslager unregistriert Vergasten" sind. Wir verzichten auf jeden Versuch, die Deportierten nach ihrer Nationalität zu klassifizieren, da eine solche Statistik angesichts der sehr lückenhaften Dokumentation allzu ungenau wäre, und unterscheiden lediglich zwischen zwei Kategorien: Polnische und nichtpolnische Juden.

Zunächst zu den Lagern der "Aktion Reinhardt". Das weitaus wichtigste Dokument, auf das wir hier stützen können, ist der Korherr-Bericht, laut dem bis Ende 1942 1.274.166 Juden "durch die Lager im Generalgouvernement" durchgeschleust worden waren [11].     Hinsichtlich der Zahl der 1943 durch diese vier Lager in die Ostgebiete geschickten Juden müssen wir uns in Ermangelung einschlägiger Dokumente mit einer Schätzung begnügen. Die Voraussetzungen für die einzelnen Lager sehen wie folgt aus:

Majdanek: Bezüglich allfälliger Überstellungen aus Majdanek in die Ostgebiete im Jahre 1943 liegen uns keine Unterlagen vor.

- Belzec: Dieses Lager wurde bereits im November 1942 geschlossen, so dass 1943 von dort aus keine Deportationen erfolgt sein können.

- Sobibor: J. Schelvis spricht von 68.795 anno 1943 nach Sobibor gelangten Juden [12]. Obwohl diese Ziffer etwas zu hoch gegriffen sein dürfte, übernehmen wir sie, um eventuelle Überstellungen aus Majdanek im Jahre 1943 zu kompensieren, und runden sie einfachheitshalber auf 69.000 auf.

- Treblinka: In der 2003 erschienenen dritten Auflage seines Standardwerks gibt R. Hilberg die Gesamtzahl der nach Treblinka gesandten Juden mit "bis zu 800.000" an [13]. Wenn wir Hilbergs Höchstzahl vorsichtshalber als Arbeitshypothese akzeptieren und davon die 713.555 Deportierten abziehen, die laut dem Höfle-Funkspruch [14] bis Ende 1942 nach Treblinka gelangten, ergibt sich für 1943 eine Zahl von maximal 86.445 oder abgerundet 86.000.

Somit lautet unsere Schätzung dahingehend, dass aus den Lagern der "Aktion Reinhardt" im Jahre 1943 höchstens (69.000 + 86.000=) 155.000 Juden in die Ostgebiete abgeschoben wurden. Zusammen mit den 1.274.166 oder abgerundet 1.274.000 Deportierten des Jahres 1942 ergibt dies eine maximale Gesamtzahl von etwa 1.429.000.

Wie hoch war nun der Anteil der nicht-polnischen Juden an diesen Überstellten? Bezüglich der Anzahl der in die Lager der "Aktion Reinhardt" deportierten Juden aus West- und Südeuropa finden wir in der einschlägigen Literatur nur für Sobibor und Treblinka präzise Angaben.

Sobibor: Laut J. Schelvis stammten von den insgesamt rund 170.165 (aufgerundet 170.200) nach Sobibor Deportierten ca. 54.500 aus Polen und ca. 13.700 aus dem Ostland [15]. Die Anzahl der aus anderen Ländern nach Sobibor gelangten Juden muss sich, wenn Schelvis’ Ziffern stimmen, folglich auf ungefähr (170.200 – 54.500 – 13.700 =) 102.000 belaufen haben.

Treblinka: Gemäss der Enzyklopädie des Holocaust gelangten folgende nicht-polnische Juden nach Treblinka: 7.000 aus der Slowakei, 8.000 aus Theresienstadt, 4.000 aus Griechenland, 2.800 aus Saloniki (das aus irgendwelchen Gründen separat und nicht mit dem restlichen Griechenland behandelt wird) sowie 7.000 aus Mazedonien [16]. Dies ergibt eine Gesamtzahl von 28.800. Da die dokumentierte Zahl aus Theresienstadt nach Treblinka gesandter Juden jedoch nicht 8.000, sondern 18.004 oder abgerundet 18.000 betrug [17], ist die Gesamtziffer um 10.000 auf 38.800 zu erhöhen.
Belzec und Majdanek: In bezug auf Belzec liest man in der Enzyklopädie des Holocaust:

Einige der Transporte nach Belzec brachten deutsche, österreichische und tschechoslowakische Juden, die schon vor her aus ihren Heimatländern in polnische Ghettos deportiert worden waren." [18]
Die betreffenden polnischen Ghettos lagen im Lubliner Distrikt. Hier sei darauf hingewiesen, dass die Gesamtzahl der in diesen Distrikt deportierten deutschen, österreichischen, tschechischen und slowakischen Juden 69.084 betrug[19]. Laut J. Schelvis gelangten 28.284 (aufgerundet 28.300) slowakische, ca. 10.000 tschechische sowie rund 23.500 deutsche und österreichische Juden nach Sobibor[20], gesamthaft also 61.800. Für Treblinka vermeldete die Enzyklopädie des Holocaust wie eben erwähnt 7.000 Deportierte aus der Slowakei, so dass diesen beiden Quellen zufolge 68.800 Juden aus den erwähnten Ländern in Sobibor und Treblinka eintrafen, was annähernd der Gesamtzahl von 69.084 entspricht. Hält man sich vor Augen, dass eine gewisse Anzahl der in den Lubliner Distrikt Abgeschobenen zwangsläufig dort gestorben sein muss, bleibt kein Raum mehr für nach Belzec deportierte Juden aus den betreffenden Ländern – es sei denn, die von Schelvis und der Enzyklopädie des Holocaust für Sobibor und Treblinka genannten Ziffern seien zu hoch, und ein Teil der Deportierten kam nicht in eines dieser beiden Lager, sondern nach Belzec. Sollten deutsche, österreichische, tschechische und slowakische Juden aus Majdanek in die Ostgebiete überstellt worden sein, waren sie zuvor ebenfalls in Ghettos oder Arbeitslagern des Lubliner Distrikts interniert gewesen, und die Zahlen für Sobibor und Treblinka sind dementsprechend zu verringern.

Die ungefähre Zahl der via die Lager der "Aktion Reinhardt" nach Osten durchgeschleusten nicht-polnischen Juden betrug also (102.000 + 38.800 =) 140.800. Dementsprechend belief sich die Anzahl der durch diese vier Lager in die Ostgebieten deportierten polnischen Juden auf maximal (1.429.000 – 140.800 =) 1.288.200.

b) Die Anzahl der via Chelmno Überstellten

Laut dem Korherr-Bericht wurden 145.301 Juden "durch die Lager im Warthegau" durchgeschleust [21]Da es im Warthegau nur ein einziges entsprechendes Lager gab – nämlich Chelmno (Kulmhof) -, muss es sich bei der Verwendung der Mehrzahl durch Korherr um einen Flüchtigkeitsfehler handeln, der offenbar in Anlehnung an die Formulierung "durchgeschleust durch die Lager im Generalgouvernement" erfolgt ist.

Für das Jahr 1943 werden für Chelmno keine Vergasungen behauptet, so dass die Zahl von 145.301 (abgerundet 145.300) gleichzeitig der Gesamtzahl der via Chelmno in die Ostgebiete Gelangten entspricht[22]. Von ihnen stammten rund 11.000 aus anderen Ländern als Polen [23]; die Zahl der polnischen Juden unter diesen Deportierten betrug folglich ca. 132.300.

c) Die Anzahl der via Auschwitz Überstellten

Bei einem erheblichen Teil der nach Auschwitz gelangten und laut der "Holocaust"-Literatur dort "unregistriert vergasten" Juden handelte es sich um ungarische. Die Deportationen aus Ungarn nach Auschwitz setzten jedoch erst im Mai 1944 ein, und ausser einer Anzahl ungarischer Jüdinnen, die ins Baltikum (und nach dessen Räumung nach Stutthof) überstellt wurden[24], gelangten keine Juden aus Ungarn in die damals ohnehin rasch schrumpfenden besetzten Ostgebiete. Aus diesem Grund brauchen wir Ungarn in diesem Zusammenhang nicht zu berücksichtigen.

Folgende Tabelle vermittelt Aufschluss über die aus anderen Ländern als Ungarn nach Auschwitz geschickten Juden sowie den Prozentsatz der "unregistriert vergasten" (d.h. nach Osten überstellten) unter ihnen [25]:

Deportationsländer Nach Auschwitz Deportierte "Unregistriert Vergaste"
(d. h. Überstellte)
Frankreich 68.921 39.485
Belgien 24.906 15.724
Niederlande 60.085 38.231
Italien 7.422 5.661
Griechenland 54.533 41.776
Theresienstadt 42.454 18.396
Deutschland inkl. Österreich 23.438 17.165
Jugoslawien 8.000* 7.342
Norwegen 532 346
Böhmen, Mähren, Slowakei 21.572 9.082
Diverse Lager 34.000 7.538
Unbekannte Länder 6.016 4.262
Polen 188.000 149.000
Insgesamt 539.879 354.008

*hypothetische Zahl

   

FSomit wurden aus Auschwitz ungefähr 354.000 Juden in die Ostgebiete überstellt, davon rund 149.000 polnische und ca. 205.000 aus anderen Ländern als Polen.

d) Bilanz

Ziehen wir nun eine Bilanz bezüglich der Zahl der in die Ostgebiete deportierten Juden.

Via die Lager der "Aktion Reinhardt” deportiert: Ca. 1.429.000
Via Chelmno deportiert: Ca. 145.300
Via Auschwitz deportiert: Ca. 354.000
Ohne Zwischenhalt in einem Durchgangslager deportiert: Ca. 66.200
Gesamtzahl: Ca. 1.994.500.

Davon polnische Juden:
Ca. (1.288.200 + 134.300 + 149.000 =) 1.571.500.

Nicht-polnische Juden:
Ca. (140.800 + 11.000 + 205.000 + 66.200 =) 427.000

Von diesen Zahlen abzuziehen sind natürlich die in den Durchgangslagern (oder bereits auf dem Weg dorthin) umgekommenen Deportierten. Für Sobibor haben wir die Anzahl der während des Transport oder während des Aufenthalts im Lager verstorbenen bzw. bei den (hypothetischen, aber von uns als sehr wahrscheinlich erachteten) Euthanasieaktionen getöteten Juden auf rund 10.000 geschätzt[26]. Da sich die Verhältnisse in Belzec und Treblinka kaum von denen in Sobibor unterschieden haben dürften, muss angesichts der weit höheren Zahl der in diese Lager Deportierten auch die Anzahl jener, die dort oder auf dem Weg dorthin den Tod fanden, entsprechend höher gewesen. Unter diesen Umständen ist die von uns errechnete Zahl von ca. 1.994.500 in die Ostgebiete Überstellten zwangsläufig zu hoch angesetzt. Wir weisen ferner darauf hin, dass wir in mehreren Fällen die in der offiziellen "Holocaust”-Literatur genannten Deportiertenziffern vorsichtshalber auch dann akzeptiert haben, wenn sie uns überhöht erschienen (vor allem im Fall der 1943 nach Treblinka Gelangten). In Anbetracht dieser Umstände dürfte die reale Zahl der in die Ostgebiete geschickten Juden um rund 100.000 unter der von uns errechneten Maximalziffer, d. h. bei höchstens 1,9 Millionen liegen.

4. Die Auflösung des polnischen Judentums in der UdSSR

Wenden wir uns nun der Frage zu, was mit den in die Ostgebiete abgeschobenen Juden – sofern sie die harten Bedingungen der Kriegszeit überstanden hatten – 1945 und danach geschah. Zunächst zu den polnischen Juden, die eine klare Mehrheit der Deportierten ausmachten.

In der unmittelbaren Nachkriegszeit erlaubte die UdSSR einer erheblichen Anzahl polnischer Juden die Rückkehr. Das American Jewish Year Book berichtet, bis Ende Juni 1946, als die Repatriierungsaktion abgeschlossen wurde, seien ca. 140.000 Juden aus der Sowjetunion nach Polen zurückgekehrt[27]. Vor dem Beginn der Rückwanderung hatten laut derselben Publikation in Polen nur noch 86.000 Juden gelebt [28].

Letzteres mag zumindest der Grössenordnung nach stimmen. Am 19. Juli 1942 hatte Heinrich Himmler angeordnet, Personen jüdischer Herkunft dürften sich im Generalgouvernement nur noch in den "Sammellagern" (d. h. Ghettos) Warschau, Krakau, Tschenstochau, Radom und Lublin aufhalten[29]. Diese Ghettos wurden nach und nach aufgelöst und ihre Bewohner evakuiert. In den von Deutschland unter der Bezeichnung "Warthegau" angegliederten westpolnischen Gebieten wurden die Juden, soweit sie nicht nach Osten abgeschoben worden waren, im Ghetto von Lodz konzentriert, das aufgrund seiner wirtschaftlichen Bedeutung erst im Sommer 1944 liquidiert wurde. Unter diesen Umständen spricht alles dafür, dass die einzigen Juden, die sich bei Kriegsende noch im ehemaligen Generalgouvernement und im ehemaligen Warthegau aufhielten, jene waren, denen es geglückt war, in der arischen Bevölkerung unterzutauchen.

Sehr stark untertrieben ist unserer Ansicht nach die im Jewish Year Book genannte Ziffer von 140.000 aus der UdSSR nach Polen zurückgekehrten Juden. 1946 hatte die "Holocaust"-Geschichte bereits klare Konturen angenommen, und es lag selbstverständlich im Interesse der Zionisten, die jüdischen Verluste so hoch wie nur möglich anzusetzen. Untermauert wird unsere Vermutung dadurch, dass es laut den anglo-amerikanischen Besatzungsbehörden in Deutschland im Februar 1946 in Polen 800.000 Juden gab, die jedoch grösstenteils auszuwandern gedachten und von denen wöchentlich bis zu 5.000 nach Deutschland strömten[30]. Falls diese Zahl stimmt, muss die überwältigende Mehrheit dieser 800.000 Juden aus Rückkehrern aus der UdSSR bestanden haben.

Könnte es sich bei diesen Heimkehrern durchwegs oder grösstenteils um Juden gehandelt haben, die ab September 1939 aus dem von Deutschland besetzten Westen in den von der UdSSR annektierten Osten des ehemaligen polnischen Staates geflüchtet seien? Die Zahl dieser Flüchtlinge war sehr hoch; E. Kulischer, dessen Statistiken im allgemeinen recht zuverlässig sind, gab sie mit 500.000 an[31]. Wie das American Jewish Year Book berichtete, wurden die Geflüchteten in der ersten Jahreshälfte 1940 vor die Wahl gestellt, entweder die sowjetische Staatsbürgerschaft anzunehmen oder in den deutschen Einflussbereich zurückzukehren. "Viele" der Flüchtlinge, so das Yearbook, hätten sich für die zweite Variante entschieden, doch Deutschland habe sich kategorisch geweigert, diesen Juden die Rückkehr zu erlauben. Ende Juni 1940 habe die Sowjetregierung ihre Deportation ins Landesinnere angeordnet, wo extrem harte Bedingungen geherrscht hätten [32].

Dass diesen Juden 1945 oder 1946 die Möglichkeit offenstand, aus Zentralasien und Sibirien nach Polen zurückzukehren, halten wir für sehr unwahrscheinlich. Ebenso unwahrscheinlich ist, dass es sich bei den Rückkehrern um Juden handelte, die 1940 die sowjetische Staatsbürgerschaft angenommen hatten, denn sowjetischen Bürgern war die Auswanderung allgemein verwehrt. Folglich spricht alles dafür, dass die Heimgekehrten zu den drei oder vier Jahre zuvor von den Deutschen in die Ostgebiete deportierten Juden gehörten.

Mitte 1946 wurde die Rückwanderung von Juden nach Polen von der Sowjetregierung unterbunden. Drei Jahre später geschah laut dem American Jewish Year Book folgendes:

"Im Sommer 1949 erschienen in der jüdischen Presse ausserhalb der Sowjetunion zahlreiche Berichte über die Massendeportation von Juden aus den westlichen Grenzregionen der UdSSR, insbesondere aus Weissrussland, der Ukraine, Ostgalizien, der Bukovina und Bessarabien. Einem Bericht zufolge waren von der Deportation hauptsächlich jüdische Bürger betroffen, die Verwandte in Amerika oder Westeuropa hatten; andere Quellen behaupten, dass die ganze jüdische Bevölkerung mancher Gebiete deportiert wurde. Die Berichte schilderten, oft sehr detailliert, wie die Geheimpolizei die Juden verhaftete, in Deportationszüge setzte und an unbekannte Bestimmungsorte sandte, vermutlich nach Sibirien oder in die arktischen Regionen des europäischen Teils von Russland. In einem Bericht hiess es, 30.000 Juden seien aus Lwow (Lemberg) und anderen Städten des früheren polnischen Ostgalizien deportiert worden, und die ganze Gegend  sei jetzt judenfrei. Eine andere Meldung schilderte ähnliche Vorgänge in einer unbekannten ukrainischen Stadt. Als indirekter Beweis für die Richtigkeit dieser Berichte galt, dass polnische Juden, die mit ihren Verwandten in der Ukraine und Weissrussland im Briefwechsel standen, keine Antwort mehr bekamen und ihre Briefe mit dem Kommentar zurückerhielten: ‚Zurück an Absender. Adressat verzogen.’ […] Die Amerikanisch-Jüdische Liga gegen den Kommunismus stellte dem Generalsekretär der Vereinten Nationen ein Protestschreiben zu, in welchem sie die Anzahl der von den Deportationen betroffenen Juden auf 400.000 schätzte." [33]

Ohne jeden Zweifel befanden sich unter den Deportierten viele Juden, die einige Jahre zuvor von den Deutschen in die besetzten Ostgebiete überstellt worden waren, vor allem polnische, mit hoher Wahrscheinlichkeit jedoch auch westliche.

Spätestens ab jenem Zeitpunkt verschwimmen die Unterschiede zwischen polnischstämmigen und sonstigen Juden in der UdSSR. Die Grenze zwischen ihnen war ohnehin niemals sonderlich scharf. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs waren sie Untertanen des Zarenreichs gewesen[34]. Nach der Gründung des polnischen Staates im Jahre 1918 nutzte dieser die Schwäche des jungen Sowjetregimes, um diesem Westweissrussland und die Westukraine abzunehmen, doch zwei Jahrzehnte später kehrten diese Gebiete an Russland, das nun "Sowjetunion" hiess, zurück. Ihre jüdischen Bewohner sprachen durchwegs eine oder mehrere von vier eng miteinander verwandten slawischen Sprachen – Russisch, Weissrussisch, Ukrainisch und Polnisch – und meist auch Jiddisch. Drei Deportationswellen hatten einen grossen Teil, wenn nicht die Mehrheit, der polnischstämmigen Juden vom Westen ins Innere oder in den Osten der UdSSR gespült: 1940 wurden die Flüchtlinge aus dem deutschen Machtbereich, welche die sowjetische Staatsbürgerschaft nicht annehmen wollten, deportiert; nach dem deutschen Einmarsch von 1941 wurde ein Grossteil der jüdischen Bevölkerung der sowjetischen Westregionen vor dem Eintreffen der deutschen Heere evakuiert[35]; 1949 erfolgten die im American Jewish Yearbook geschildeten Massenverschleppungen. Unter diesen Umständen konnten die 1942 und 1943 von den Deutschen in die Ostgebiete überstellten polnischen Juden unbemerkt im sowjetischen Judentum aufgehen.

Vollkommen anders bot sich die Lage hinsichtlich der in die besetzten Ostgebiete gelangten nicht-polnischen Juden dar. Zunächst werden wir eine Reihe hieb- und stichfester Beweise dafür anführen, dass die "Ostwanderung" dieser Juden durchaus kein "Mythos" war, wie R. Hilberg behauptet, sondern eine historische Realität.

5. Westeuropäische Juden in den besetzten Ostgebieten

a) Zwei aufschlussreiche Passagen aus dem American Jewish Yearbook

Über die Entwicklung in Polen anno 1942 berichtete das American Jewish Year Book im Jahr danach folgendes:

"Während des hier besprochenen Jahres [1942] wurden Zehntausende von Juden zwangsweise aus ihren Häusern in grossen und kleinen Städten deportiert. […] Zu den grössten Umsiedlungsaktionen gehörte die Vertreibung sämtlicher Krakauer Juden bis auf 11.000, die als ‚wirtschaftlich wichtig’ betrachtet und in ein Ghetto gesperrt wurden; die Vertriebenen, 50.000 an der Zahl, wurden nach Warschau, Lublin und andere Städte gesandt. Der Aufenthalt der nach Lublin Geschickten war nur kurz, denn die meisten von ihnen wurden weiter nach Osten abgeschoben, während die Zurückgebliebenen in einem Ghetto in einer der Vororte der Stadt zusammengepfercht wurden. Nach Osten geschickt wurden auch die meisten Juden, die sich immer noch in den dem Reich angegliederten westlichen Provinzen Polens befanden. […] Es gab auch einen Zustrom deutscher, tschechischer, holländischer und französischer Juden, die nach Polen deportiert worden waren, entweder in die Ghettos oder die Arbeitslager." [36]

Diese Informationen sind in mehrfacher Hinsicht von grossem Wert und stellen die Vertreter der orthodoxen Geschichtsversion vor unlösbare Probleme:

1) Laut der "Holocaust"-Geschichte begannen die angeblichen Judenvergasungen in Auschwitz im Februar 1942. Warum wurden die Krakauer Juden dann 1942 nicht zur Vergasung in das unweit von Krakau gelegene Auschwitz, sondern nach Warschau und Lublin geschickt?

2) Die nach Lublin überstellten Juden wurden keinesfalls nicht in einem der Lager der "Aktion Reinhardt" vergast, sondern grösstenteils "weiter nach Osten abgeschoben".

3) Die Juden, die sich "immer noch in den dem Reich angegliederten westlichen Provinzen Polens befanden", wurden – von den im Ghetto von Lodz konzentrierten abgesehen -gemäss heutiger offizieller Geschichtsversion in Chelmno in Gaswagen ermordet. Hiervon berichtete das American Jewish Year Book jedoch mit keinem Wort und vermeldete stattdessen, diese Juden seien "nach Osten geschickt" wurden. Falls sie vor ihrer Abschiebung in die Ostgebiete zunächst nach Chelmno deportiert worden waren, muss letzteres ein Durchgangslager gewesen sein – was mit der revisionistischen These übereinstimmt.

4) Während die Deportation einer Anzahl deutscher und tschechischer Juden in polnische Ghettos von der orthodoxen Geschichtsschreibung anerkannt wird, trifft dies auf die holländischen und französischen Juden nicht zu: Diese sollen durchwegs nach Auschwitz, Sobibor sowie– in geringem Ausmass – nach Majdanek geschickt worden sein und nicht in irgendwelche Ghettos.

In seiner folgenden Ausgabe erwähnte das American Jewish Year Book die Anwesenheit niederländischer und sonstiger westlicher Juden in den besetzten sowjetischen Territorien im Jahre 1943:

"Es gibt Berichte darüber, dass jüdische Deportierte aus Holland und anderen westlichen Ländern in die besetzten sowjetischen Territorien geschickt worden sind, um dort für die Armee zu arbeiten, aber ihre Anzahl sowie ihr Schicksal liegen immer noch im dunkeln." [37]

b) Steffen Werners Weissrussland-Hypothese

In seinem Buch Die zweite babylonische Gefangenschaft[38] führt Steffen Werner eine grosse Zahl von Indizien für die Deportation von Juden nach Weissrussland ins Feld. Hierzu gehören Zitate Adolf Hitlers, der sich im Gespräch mit engen Mitarbeitern dafür rechtfertigte, dass er die Juden "in den Morast" geschickt hatte. Den "Morast" interpretiert Werner als die weissrussischen Pripet-Sümpfe, welche die Juden hätten urbar machen müssen. Diese Hypothese wird durch andere Quellen untermauert. Gerald Reitlinger berichtet:

"Aus einem Brief von Rosenbergs Amt geht hervor, dass die Absicht bestand, die Arbeitsfähigen hinter der Ostfront einzusetzen. Später tauchten Gerüchte auf, dass die Juden aus Lodz zur Urbanisierung der Pripet-Sümpfe und in die jüdischen landwirtschaftlichen Kolonien bei Kriwoi Rog in der Ukraine geschickt worden seien." [39]

Dass es sich nicht um "Gerüchte" handelte, beweist folgender Auszug aus einem Brief ein, den der Reichshauptstellenleiter der Dienststelle Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums (RKF), Walter Föhl, am 21. 6. 1942 an einen (nicht namentlich bekannten) SS-Angehörigen schrieb:

"Wir nehmen jeden Tag Züge mit je über 1000 Juden aus Europa an und verarzten sie hier, bringen sie mehr oder weniger provisorisch unter und schieben sie meist weiter, hinein in die weissruthenischen Sümpfe Richtung Eismeer, wo sie alle – wenn sie überleben (und das tun die Juden vom Kurfürstendamm oder aus Wien und Pressburg bestimmt nicht) – gegen Kriegsende versammelt sein werden, nicht ohne einige Autostrassen fertig gebaut zu haben. (Aber man soll nicht darüber sprechen.)" [40]

Von höchstem Interesse ist folgender, von S. Werner zitierter Ausschnitt aus einem 1976 in der DDR erschienenen Buch über "sowjetische Partisanen und deutsche Antifaschisten":

"Mutig kämpften in der brüderlichen Familie der belorussischen Partisanen Tschechen und Slowaken, Franzosen und Jugoslawen, Griechen und Niederländer, Spanier und Österreicher, Deutsche und Angehörige anderer Nationen gegen den Faschismus. Die Kommunistische Partei und die Sowjetregierung würdigten den heldenhaften Kampf dieser wahrhaften Internationalisten. Für ihren antifaschistischen Kampf bei den Partisaneneinheiten Belorusslands und für vollbrachte Heldentaten wurden unter anderem 703 Polen, 188 Slowaken, 32 Tschechen, 36 Griechen, 25 Deutsche, 24 Spanier und 14 Franzosen mit Orden und Medaillen der UdSSR geehrt." [41]

Während sich die Anwesenheit von (nichtjüdischen oder jüdischen) Polen in Weissrussland damit erklären lässt, dass diese aus dem bis September 1939 zu Polen gehörenden westlichen Teil Weissrusslands stammten, trifft dies auf die Angehörigen der anderen erwähnten Nationen nicht zu. Insbesondere für die Präsenz von Niederländern, Franzosen, Jugoslawen und Griechen bei den weissrussischen Partisanen lässt sich unseres Erachtens keine andere Erklärung finden als die, dass es sich um in die Ostgebiete deportierte Juden aus den betreffenden Ländern handelte. Probleme wirft allerdings die Erwähnung von Spaniern auf [42].

Bei allen wertvollen Informationen und Denkanstössen, die S. Werners Buch vermittelt, dürfen wir seine schwerwiegenden Mängel nicht unter den Teppich kehren. Gleich zu Beginn schreibt Werner:

"Ich behaupte: 1. Die Endlösung der Judenfrage bestand darin, dass die Juden im Ostteil von Weissruthenien angesiedelt wurden. 2. Dort werden sie noch heute [d. h. 1990] von der Sowjetunion in einer Art Gefangenschaft gehalten." [43]

Zunächst ist es unmöglich, dass die (d. h. alle) deportierten Juden in Ostweissrussland angesiedelt wurden, denn dieses war lediglich einer von mehreren Bestimmungsorten der Umgesiedelten. Nicht minder unmöglich ist, dass der sterbende Sowjetstaat, in dem längst Glasnost herrschte, noch 1990 in der Lage (oder gewillt) war, Hunderttausende von Menschen nicht nur "in Gefangenschaft zu halten", sondern darüber hinaus an jeder Kontaktnahme mit der Aussenwelt zu hindern.

Zu verwerfen ist schliesslich Werners Hypothese, wonach die Deutschen die Juden in Ost-Weissrusslands frei siedeln liessen. Werner versucht diese Vermutung anhand von Karten zu beweisen, die eine seiner Ansicht nach unerklärlich grosse Zunahme von Ortschaften in jener Gegend belegen, doch wird man davon ausgehen müssen, dass die Besatzungsmacht die Deportierten unter ständiger Kontrolle hielt – was nur in Lagern und Ghettos möglich war. Hätten die nach Weissrussland überstellen Juden dort Bewegungsfreiheit genossen, so hätten sie sich in hellen Scharen der Partisanenbewegung angeschlossen, was wirklich nicht in deutschem Interesse lag. Somit ist anzunehmen, dass die vorher erwähnten ausländischen Juden, die zu den Partisanen stiessen, geflüchtet oder von eben diesen Partisanen aus Lagern oder Ghettos befreit worden waren.

c) Belege für die Anwesenheit französischer, belgischer und holländischer Juden in den besetzten Ostgebieten

Im folgenden führen wir eine Reihe von Belegen für die Deportation französischer, belgischer und holländischer Juden in die besetzten Ostgebiete an. Abgesehen von einem Transport französischer Juden nach Tallin und Kaunas im Mai 1944[44] wissen die offiziellen Historiker nichts von einer Überstellung von Juden aus den genannten drei Staaten in den Osten. Der unabweisbare Schluss lautet, dass es sich bei diesen Deportierten um einen Teil der angeblich in Auschwitz, Sobibor und Majdanek vergasten französischen, belgischen und niederländischen Juden handelte. Auf einige der hier genannte Fälle sind wir dank den Untersuchungen zweiter verdienstvoller revisionistischer Forscher, des Spaniers Enrique Aynat[45] sowie des Belgiers Jean-Marie Boisdefeu[46], aufmerksam geworden.

1) Am 29. Juni 1942 schrieb der päpstliche Nuntius in Frankreich, Valerio Valeri, aus Vichy an Kardinal Luigi Malone:

"Gegen den 20. dieses Monats haben die Besatzungsbehörden unter Verwendung der französischen Polizei ca. 12.000 Juden verhaftet. […] Es handelt sich mehrheitlich um Nichtarier fremder Herkunft, vor allem Polen, Tschechen etc., die zur Deportation in die Ukraine vorgesehen sind." [47]

2) In einem Bericht der polnischen Widerstandsbewegung, dessen genaues Datum unbekannt ist, der jedoch mit Sicherheit aus der zweiten Hälfte 1942 stammte, hiess es:

"Unlängst ist eine gewisse Zahl von Juden aus Belgien nach Grodno [in Weissrussland] überstellt worden." [48]

3) Am 16. Oktober 1942 berichtete das Israelitische Wochenblatt für die Schweiz:

"In letzter Zeit bemerkte man in Riga Transporte von Juden aus Belgien und anderen Ländern Westeuropas, die jedoch sofort wieder nach unbekannten Bestimmungsorten weiterfuhren."

Bis März 1943 war der Bestimmungsort sämtlicher deportierter belgischer Juden Auschwitz [49], so dass die betreffenden Juden zwangsläufig über jenes Lager nach Riga gelangt sein mussten.

4) Der jüdische Autor Reuben Ainsztain erwähnt die Anwesenheit belgischer und holländischer Juden im Lager Janow bei Lwow (Lemberg) [50]. Mit grosser Wahrscheinlichkeit waren diese Juden via das ca. 30 km westlich von Lemberg liegende Belzec in die Ukraine deportiert worden, obwohl laut der offiziellen Geschichtsschreibung weder belgische noch niederländische Juden nach Belzec kamen.

5) Am 15. Juni 1943 gab die New York Times eine Verlautbarung der belgischen Exilregierung wieder, laut der die meisten belgischen Juden in Konzentrationslager in Deutschland, Polen und den besetzten russischen Gebieten verschickt worden waren.

6) Im April 1944 vermeldete die kommunistische französische Untergrundzeitung Notre Voix folgendes:

"Dankeschön! Eine Nachricht, die alle Juden Frankreichs freuen wird, wurde von Radio Moskau verbreitet. Wer von uns hat keinen Bruder, keine Schwester, keinen Verwandten unter den aus Paris Deportierten? Und wer wird keine tiefe Freude empfinden, wenn er daran denkt, dass 8.000 Pariser Juden von der glorreichen Roten Armee vom Tode gerettet worden sind. Einer von ihnen berichtete Radio Moskau, wie er vom Tode bewahrt wurde, ebenso wie 8.000 andere Pariser Juden. Sie befanden sich alle in der Ukraine, als die letzte sowjetische Offensive einsetzte, und die SS-Banditen wollten sie erschiessen, bevor sie das Land verliessen. Da sie aber wussten, welches Geschick ihnen zugedacht war, und weil sie erfahren hatten, dass die Sowjettruppen nicht mehr fern waren, beschlossen die deportierten Juden, zu flüchten. Sie wurden sofort von der Roten Armee in Empfang genommen und befinden sich gegenwärtig allesamt in der UdSSR." [51]

Hier mag man einwenden, es handle sich um ein Dokument der französischen Kommunisten, das sich auf eine Sendung von Radio Moskau berufe, und sowohl die französischen Kommunisten als auch Radio Moskau seien a priori der Propaganda verdächtig. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Anwesenheit französischer Juden in der Ukraine an sich nicht zu Propagandazwecken zu nutzen war und nicht der geringste Grund ersichtlich ist, weshalb Radio Moskau oder das französische Untergrundblatt diese Geschichte hätte erfinden sollen. (Eine propagandistische Erdichtung ist hingegen zweifellos, dass die SS die betreffenden Pariser Juden erschiessen wollte, diese jedoch allesamt flüchten und sich unter die Fittiche der Roten Armee begeben konnten.)

7) Im Dezember 1945 sagte der ehemalige Höhere SS- und Polizeiführer Ostland, Friedrich Jeckeln, in sowjetischer Gefangenschaft aus, im lettischen Lager Salaspils seien Juden aus Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, der Tschechoslowakei und anderen Ländern interniert gewesen [52].

6. Zur Frage nach dem Verbleib der westlichen Juden. Eine Hypothese

Wie wir gesehen haben, war die Anwesenheit polnischer Juden auf sowjetischem Territorium während des Krieges und nach diesem eine Alltagserscheinung. Vollkommen anders verhielt es sich mit den in die UdSSR gelangten Juden aus dem Westen. Die Präsenz einer grossen Zahl von Juden aus Staaten wie Holland, Frankreich oder Griechenland musste zwangsläufig auffallen und konnte, sofern sich diese in den grenznahen westlichen Regionen des Landes aufhielten, im Ausland nicht unbemerkt bleiben.

Es unterliegt keinem Zweifel, dass die Sterblichkeit unter den Deportierten während des Krieges angesichts der äusserst harten Bedingungen sehr hoch war, doch ist die Anzahl der offiziell in ihre Heimatländer Zurückgekehrten dermassen gering, dass sie sich unmöglich allein mit einer hohen Sterberate aufgrund von Krankheiten, Entbehrungen etc. erklären lässt.

Von den 105.000 aus Holland deportierten Juden kehrten nach diesen Statistiken nur 4,86% zurück: Für die einzelnen Lager sehen die Zahlen wie folgt aus:

Auschwitz:

60.185

Deportierte

1.052

Rückkehrer

Theresienstadt:

4.771

Deportierte

2.050

Rückkehrer

Sobibor:

34.313

Deportierte

18

Rückkehrer [53].

Von den 75.721 aus Frankreich deportierten Juden kehrten den offiziellen Statistiken zufolge nur 2.560 zurück; unter den 3.500[54] nach Sobibor Deportierten gab es bloss zwei Heimkehrer[55]. Für diesen Sachverhalt bieten sich im Prinzip mehrere Erklärungsmöglichkeiten an, die sich nicht unbedingt auszuschliessen brauchen, sondern in unterschiedlich grossem Mass durchwegs zutreffen können:

1)

Viele dieser Juden blieben freiwillig in der UdSSR zurück.

2)

Viele dieser Juden sind - direkt oder nach kurzem Zwischenaufenthalt in den Staaten, von wo sie deportiert worden waren - nach Palästina, in die USA oder andere Länder ausgewandert.  

3)

Die Behörden der Herkunftsländer dieser westlichen Juden haben die Statistiken grob verfälscht, um die Deutschen möglichst massiv zu belasten.

4)

Die Deutschen haben die betreffenden Juden vor ihrem Rückzug liquidiert.

5)

Die betreffenden Juden wurden nach dem Krieg gegen ihren Willen in der UdSSR zurückgehalten.

Prüfen wir diese fünf Varianten nun kurz.

1) Die Zahl der freiwillig in der UdSSR gebliebenen westlichen Juden dürfte sehr gering gewesen sein. Von Einzelfällen – beispielsweise Eheschliessungen mit einheimischen Frauen – abgesehen dürften holländische, französische etc. Juden herzlich wenig Lust verspürt haben, in der kriegsverwüsteten und totalitären Sowjetunion zu bleiben.

2) Diese Hypothese mutet bedeutend wahrscheinlicher an als die erste, vor allem im Fall der französischen Juden. Von den 67.693 aus dem Lager Drancy Deportierten besassen lediglich 22.691 die französische Staatsbürgerschaft; bei den restlichen handelte es sich um ausländische (deutsche, polnische, russische, rumänische etc.) Juden, die aus ihren Herkunftsländern nach Frankreich ausgewandert waren[56]. Diese Menschen werden keine besonders enge Bindungen an Frankreich verspürt haben. Andererseits ist es unmöglich, dass beispielsweise jene 8.000 Pariser Juden, die sich im Frühling 1944 unter der Obhut der Roten Armee befanden, durchwegs oder fast ausschliesslich zu dieser Gruppe gehört haben und geschlossen nach Übersee ausgewandert sind. In der französischen Fachliteratur findet sich nicht der geringste Hinweis auf die Rückkehr auch nur eines französischen Juden aus der UdSSR, was zumindest ein Indiz dafür darstellt, dass es keine (oder nur wenige) solcher Rückkehrer gab.
Im Falle der aus Holland deportierten Juden versagt Hypothese 2 völlig. Diese waren grösstenteils niederländische Staatsbürger, gehörten zu den am stärksten assimilierten jüdischen Bevölkerungsgruppen Europas, waren mehrheitlich nicht zionistisch gesinnt und hatten vor dem Krieg nicht unter Antisemitismus gelitten. Zudem war Holland im Krieg kaum zerstört worden und besass die besten Aussichten, bald wieder zu einem wohlhabenden Land zu werden. Die holländischen Juden hatten im allgemeinen also weder ideologische noch materielle Motive zur Auswanderung nach Übersee.

3) Für eine bewusste Verfälschung der Statistiken durch die Behörden westeuropäischer Staaten liegen uns keine Beweise vor.

4) Dass die Deutschen die Juden vor ihrem Abzug massakriert  haben, darf man ebenfalls ruhigen Gewissens ausschliessen. Wie A. Butz richtig bemerkt, wäre ein solches Verbrechen nicht unbemerkt geblieben; die Siegermächte hätten dann beim Nürnberger Prozess handfeste Beweise für einen Massenmord vorlegen können und wären nicht auf den Unsinn mit den "Gaskammern" angewiesen gewesen[57]. (Dass vereinzelte Exzesse entnervter deutscher Soldaten vor dem Rückzug nicht auszuschliessen sind, versteht sich von selbst.)

5) Diese Variante trifft unserer Überzeugung nach zu, und zwar aus folgendem Grund:

Schon bald nach Kriegsende wurde die Legende vom Ende des europäischen Judentums in Vernichtungslagern und von den sechs Millionen jüdischen Opfern zur offiziellen Wahrheit erklärt. Beim Nürnberger Prozess war die angebliche Judenausrottung einer der zentralen Anklagepunkte gegen die Besiegten. Dass diese Legende für die Siegermächte von grössten Nutzen war, liegt auf der Hand: Je schlimmere Untaten das Dritte Reich begangen hatte, desto überzeugender wirkte der Anspruch der Alliierten, Europa vom leibhaftigen Satan befreit zu haben. Die Regierungen der USA und Grossbritanniens, denen rechte und antikommunistische Kreise vorwarfen, halb Europa dem sowjetischen Totalitarismus überantwortet zu haben, konnten diese Anschuldigung leicht mit dem Argument kontern, im Vergleich zum Nationalsozialismus mit seinen Todeslagern, seinen Gaskammern und seinen sechs Millionen ermordeter Juden sei der Kommunismus zumindest das kleinere Übel gewesen. Zudem konnten die Anglo-Amerikaner ihre eigenen Kriegsverbrechen, vor allem den Bombenterror gegen die deutschen Städte, bequem mit den angeblich weitaus schlimmeren Greueln der Besiegten entschuldigen.

Noch entscheidender war, dass der "Holocaust" – den man damals freilich noch nicht so nannte – die ideologische Rechtfertigung für die Gründung Israels lieferte. 1948 stimmten die Vereinten Nationen mit 33 gegen 13 Stimmen für die Teilung Palästinas. Wie die USA sprach sich auch die UdSSR für die Teilung und somit für die Errichtung eines jüdischen Staates aus – zweifellos in der (unbegründeten) Hoffnung, dass sich ein solcher Staat angesichts der Sympathien, die ein grosser Teil der Juden für die kommunistische Idee hegte, zum sowjetischen Stützpunkt im Nahen Osten entwickeln würde.

Durch die Teilung Palästinas wurden die Rechte der alteingesessenen arabischen Bevölkerung auf unerhörte Weise verletzt. Als Rechtfertigung hierfür musste selbstverständlich der "nazistische Völkermord an den Juden" mit seinen "sechs Millionen Opfern" herhalten: Ein Volk, das so unsagbar gelitten hatte, brauchte einen eigenen Staat, auch wenn die Rechte eines anderen Volkes hierdurch mit Füssen getreten wurden.

Wenn die Geschichte von der Judenausrottung in "Vernichtungslagern" weltweit geglaubt werden sollte, durften die deportierten deutschen, französischen, belgischen, holländischen, griechischen etc. Juden natürlich nicht scharenweise in ihre Heimatländer zurückkehren und von ihren Erlebnissen als Zwangsarbeiter und Ghettobewohner im Osten erzählen. Unsere Hypothese lautet dementsprechend wie folgt:

Die Stalin-Regierung sorgte dafür, dass die von den Deutschen in die Ostgebiete deportierten westlichen Juden, welche die Entbehrungen des Krieges überlebt hatten, spurlos verschwanden und nicht mit ihren Angehörigen und Bekannten in Verbindung treten konnten. Hierzu war zunächst erforderlich, diese Juden aus den westlichen in die östlichen Zonen der UdSSR zu schaffen, von wo kaum Nachrichten über die Landesgrenzen drangen. Dies konnte ohne weiteres im Rahmen der Massendeportationen von 1949 geschehen, die das American Jewish Yearbook geschildert hat. Wir glauben nicht, dass diese Juden umgebracht wurden, nehmen aber an, dass man sie in Lagern verschwinden liess, die sie nicht mehr verliessen. Mit diesem Schritt zementierte Stalin den Mythos von der Ausrottung der Juden in "Gaskammern", der für ihn von doppeltem Nutzen war: Er erleichterte es ihm, sich als Erlöser halb Europas von einem monströsen Schreckensregime aufzuspielen, und ermöglichte die Gründung Israels, das er – irrtümlicherweise! – als künftigen sowjetischen Vorposten im Nahen Osten sah.

Wenn diese Hypothese zutrifft, wussten die Führer der  zionistischen Organisationen dann über die Vorgänge in der UdSSR Bescheid? Die Antwort auf diese Frage kann nur ja lauten, da diese Organisationen in jedem Land der Welt über genügend Informanten verfügten, um sich über die dortige Entwicklung auf dem laufenden zu halten. Der Einwand, die Zionisten hätten eine solch unmenschliche Politik der Sowjets doch sicherlich angeprangert, wäre reichlich naiv. Das zentrale Ziel dieser Leute, dem sie alle anderen Erwägungen unterordneten, war die Gründung eines jüdischen Staates im Nahen Osten, und um dieses Ziel zu erreichen, waren sie ohne weiteres bereit, Zehntausende oder auch Hunderttausende ihrer Glaubensgenossen über die Klinge springen zu lassen. Wir erinnern daran, dass die Zionisten die antijüdische Stimmung in Deutschland nach Adolf Hitlers Machtübernahme durch ihre Boykotthetze kräftig anheizten, obwohl sie sich keinen Illusionen darüber hingeben konnten, welch unerquickliche Folge dies für die deutschen Juden haben musste. Der deutsche Jude Josef Gideon Burg hat die zionistische Strategie wie folgt kommentiert:

"Mir kommt das so vor, als wenn im Zirkus ein paar Lausbuben einen Löwen, zwischen dessen Zähne der Dompteur gerade seinen Kopf gesteckt hat, mit Steinen bewerfen. Ihnen kann ja nichs passieren. Denn zwischen ihnen und der Gefahr liegt ein Ozean bzw. das Gitter des Raubtierkäfigs." [58]

Burg hatte recht: Für die zionistische Führung war das jüdische Fussvolk stets nur Manövriermasse.

Unsere Hypothese ist die einzige, welche die Fakten befriedigend erklärt. Definitiv beweisen – oder widerlegen – lässt sie sich erst, wenn die russischen Dokumente eines Tages freigegeben werde. Leider deutet nichts darauf hin, dass eine solche Freigabe in absehbarer Zeit erfolgen wird.

1

Eugene M. Kulischer, The Displacement of Population in Europe, International Labour Office, Montreal 1943.

2

Ebenda,S.95 ff.

3

Nürnberger Dokument NO-5194.

4

Siehe Artikel 15.

5

"Anlage zu den Meldungen aus den besetzten Ostgebieten, Nr. 10, 3. 7. 1942. Rossiskij Gosudarstvenny Vojenny Archiv, 500-1-775, S. 233.

6

Arthur Butz, The Hoax of the Twentieth Century,  Theses and Dissertation Press, Chicago 2003, S. 268. Jeannette Wolffs Bericht erschien in dem von Eric E. Boehm herausgegebenen Sammelband We Survived, Yale University Press, New Haven 1949.

7

Hermann Kuhn, Stutthof. Ein Konzentrationslager vor den Toren Danzigs, Edition Temmen, Bremen 1990.

8

Jürgen Graf und Carlo Mattogno, Das Konzentrationslager Stutthof und seine Funktion in der nationalsozialistischen Judenpolitik, Castle Hill Publishers, Hastings 1999, S.4, 112-114..

9

Gerald Reitlinger, Die Endlösung, Colloquium Verlag, Berlin 1983, S. 100 ff.

10

NO-1624, resümiert nach A. Butz, The Hoax of the Twentieth Century, a.a.O., S. 267/268.

11

Siehe Artikel 2.

12

J. Schelvis, Vernietigingskamp Sobibor, a.a.O. (siehe Artikel 6), S. 267.

13

Raul Hilberg, The Destruction of the European Jews, Yale University Press, New Haven/London 2003, S. 1320.

14

Siehe Artikel 2.

15

J. Schelvis, Vernietigingskamp Sobibor, a.a.O. (siehe Artikel 6), S. 263-267.

16

Enzyklopädie des Holocaust, a.a.O., Band I, S. 1430.

17

Miroslav Karny, Konecne reseni, Akademia, Prag 1991, S. 115/116.

18

Enzyklopädie des Holocaust, a.a.O. Band I, S. 179/180.

19

Janina Kielbon, "Deportacja Zydow do dystryktu lubelskiego (1939-1945)“, in: Zeszyty Majdanka XIV, 1992, S. 61-91.

20

J. Schelvis, Vernietigingskamp Sobibor, a.a.O, S. 250, 255, 263.

21

Siehe Kapitel 8.

22

Für den Sommer 1944 werden für Chelmno ca. 7.000 Vergasungen behauptet. Da die betreffenden "Vergasten“ (d. h. Überstellten) jedoch nicht in die Ostgebiete gelangten, brauchen wir sie hier nicht zu berücksichtigen. Siehe Carlo Mattogno, Il campo di Chelmno tra storia e propaganda, Effepi, Genua 2009.

23

Faschismus – Ghetto- Massenmord, Röderberg Verlag, Frankfurt a. M. 1960, S. 285/286.

24

Siehe Jürgen Graf und Carlo Mattogno, Das Konzentrationslager Stutthof und seine Funktion in der nationalsozialistischen Judenpolitik, a.a.O., S. 31.

25

Die Tabelle wurde von Carlo Mattogno anhand seines Artikels "Franciszek Piper und die Zahl der Opfer von Auschwitz“ (Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung, Nr. 1/2003) sowie des Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939-1945 von Danuta Czech (Rowohlt, Reinbeck1989) erstellt.

26

Siehe Artikel 17.

27

American Jewish Yearbook, Nr. 49 (1947-1948), S. 381.

28

American Jewish Yearkbook, Nr. 48 (1946-1947), S. 336.

29

NO-5574.

30

Keesings Archiv der Gegenwart, 16./17. Jahrgang, Rheinisch-westfälisches Verlagskontor, Essen 1948, S. 651.

31

E. Kulischer, The Displacement of Population in Europe, a.a.O., Tabelle ohne Seitenangabe, "General Survey of Population Displacement in Europe since the Beginning of the War“.

32

American Jewish Yearbook, Nr. 43 (1941-1942), S. 241/242.

33

American Jewish Yearbook, Nr. 51 (1950), S. 340.

34

Bis auf die galizischen. Galizien gehörte bis zu deren Zerfall zur Donaumonarchie.

35

Zu diesen Deportationen siehe vor allem Walter Sanning, Die Auflösung des osteuropäischen Judentums, Grabert Verlag, Tübingen 1983.

36

American Jewish Yearbook, Nr. 44 (1942-1943), S. 244/245.

37

American Jewish Yearbook, Nr. 45 (1943-1944), S. 304.

38

Steffen Werner, Die zweite babylonische Gefangenschaft, Eigenverlag 1990. Eine zweite Auflage erschien 1991 beim Grabert-Verlag, Tübingen.

39

Gerald Reitlinger, Die Endlösung, a.a.O., S. 102.

40

Fritz Arlt, Polen-, Ukrainer-, Juden-Politik, Wissenschaftlicher Buchdienst Herbert Tage, Lindhorst 1995, S. 22. F. Arlt hatte der Dienststelle Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums als Leiter der Aussenstelle Oberschlesien angehört. Den zitierten Brief hat er von dem "Holocaust“-Historiker Götz Aly erhalten, der ihn als Beweis für "nackte Vernichtungsabsicht“ deutete.

41

In den Wäldern Belorusslands. Erinnerungen sowjetischer Partisanen und deutscher Antifaschisten, Berlin-Ost 1976, S. 9.

42

S. Werner vertritt die Hypothese, bei diesen Spaniern habe es sich um Antifaschisten gehandelt, die nach dem Sieg Francos nach Frankreich geflüchtet, dort von der Vichy-Regierung an die Deutschen ausgeliefert und von diesen nach Auschwitz deportiert worden seien. (Die zweite babylonische Gefangenschaft, a.a.O., S. 89). Da es in Spanien nur sehr wenige Juden gab und gibt, würde dies bedeuten, dass auch nichtjüdische Häftlinge von Auschwitz in die Ostgebiete überstellt worden sind. Hierfür haben wir bisher keine Belege gefunden. Deshalb vermuten wir, dass es sich um spanische Republikaner handelte, die nach Francos Sieg im Spanischen Bürgerkrieg in die UdSSR geflüchtet waren.

43

S. Werner, Die zweite babylonische Gefangenschaft, a.a.O., S. 5.

44

Serge Klarsfeld, Mémorial de la déportation des juifs de France, a.a.O., Buch ohne Seitenangaben.

45

Enrique Aynat, Estudios sobre el "holocausto“. La deportación de judíos de Francia y Bélgica en 1942, Graficas Hurtado, Valencia 1994.

46

Jean-Marie Boisdefeu, La controverse sur l’extermination des juifs par les allemands, Band 2, "Réalités de la Solution Finale“, V.H.O., Berchem 2003.

47

Actes et Documents du Saint-Siège relatifs à la Seconde Guerre Mondiale. Le Saint Siège et les victimes de la guerre. Janvier 1941 – Décembre 1942, Libreria Editrice Vaticana, Vatikanstadt, Band 8, S. 610.

48

Maria Tykowska, "Exterminacja Zydow w latach 1941 – 1943“, in: Biuletyn Zydowskiego Instytutu Historycznego, Nr. 4/1964, S. 49.

49

Serge Klarsfeld und Maxime Steinberg, Mémorial de la Déportation des Juifs de Belgique, The Beate Klarsfeld Foundation, New York 1994, S. 42 ff.

50

Reuben Ainsztain, Jewish Resistence in Nazi-occupied Eastern Europe, Elek Books, London 1971, zitiert nach J.-M. Boisdefeu, La controverse sur l’extermination des juifs par les allemands, a.a.O., Boisdefeu gibt nicht an, auf welcher Seite von Ainsztains Buch diese Information figuriert.

51

Adam Raisky, La presse antiraciste sous l’occupation hitlérienne, Paris 1950, S. 179. Eine Ablichtung des Textes findet sich bei J.-M. Boisdefeu, La Controverse sur L’extermination des juifs par les allemands, a.a.O., Kapitel V, C.

52

Gerald Fleming, Hitler and the Final Solution, University of California Press, Berkeley-Los Angeles 1994, S. 96.

53

J. Schelvis, Vernietigingskamp Sobibor, a.a.O., S. 232/233.

54

Dies ist die von J. Schelvis genannte Zahl (Vernietigingskamp Sobibor, a.a.O., S. 267). Laut S. Klarsfeld wurden 2.001 Juden aus Frankreich nach Sobibor deportiert (Le Mémorial de la Déportation des Juifs de France, a.a.O., Buch ohne Seitennumerierung).

55

J. Schelvis, Vernietigingskamp Sobibor, a.a.O., S. 257.

56

S. Klarsfeld, Le mémorial de la déportations des juifs de France, a.a.O. (Buch ohne Seitennumerierung).

57

A. Butz, The Hoax of the Twentieth Century, a.a.O., S. 271.

58

Josef G. Burg, Schuld und Schicksal. Europas Juden zwischen Henkern und Heuchlern, Verlag K. W. Schütz, 1990, S. 75.


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