Zeitgeschichte 2011

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Erstveröffentlichung dieses Artikels: 22/01/2011 - Quelle: NJ-Autoren

Gab es die "Gaswagen"?

Die politische Zeitgeschichtsschreibung überliefert, dass die Deutschen im 2. Weltkrieg mit "Gaswagen" Massenmord betrieben haben sollen.

Wer das bestreitet kann Probleme mit "der Notorietät" der österreichischen Justiz sowie mit der "Offenkundigkeit" der BRD-Justiz bekommen. Nämlich nach den § 3g und 3h des Verbotsgesetzes (Österreich) sowie nach § 130 StGB der BRD.

Also Vorsicht!

Laut. 387 der Stenographischen Protokolle des österreichischen Nationalrates (1992) ist aber die Befassung mit Einzelfragen des historischen Geschehens zulässig.

Wir wollen daher nachforschen, wer denn wirklich die "Gaswagen" erfunden hat. Dazu suchen wir eine gewiss nicht "revisionistische Quelle." Solschenyzin überliefert in seinem Buch (s. gelber Kasten), dass die Sowjets mit Gaswagen töteten. Im folgenden die volle Recherche dazu:

Alexander Solschenyzin
"Zweihundert Jahre zusammen. Die Juden in der Sowjetunion"
Herbig 2003 ISBN 3-7766-2356x

Dort steht auf Seite 483:

"...Sondern aufrichtig auf das gesamte Ausmaß des FRÜHSOWJETISCHEN (Anm.: also die Zeit vor der NS-Machtergreifung!) Terrorapparates zurückzublicken, auf jene 'Unscheinbaren' wie ISAJ DAWIDOWITSCH BERG, der den bekannten Gaswagen ('Seelenvernichter') * auch zum Leidwesen der Juden erfunden hat ..."

Zu obigem Zitat gehört die Fußnote 39

E. Sernov (auch Schirnow): Procedura kazni nosila omerzitel’nji charakter (Die Hinrichtungsprozedur war abscheulich) Komsomol’skaja prawda (Komsomol-Wahrheit), 28.10.1990 Seite 2

Da sich der Verfasser nicht auf die Fußnote bei Solschenyzin verlassen wollte, versuchte er an die Quelle zu gehen. Eine Anfrage bei der Redaktion der "Konsomol-Wahrheit" ergab leider den Hinweis, dass das elektronischen Archiv erst ab 1996 zur Verfügung stehe, das frühere Archiv aber in der Zwischenzeit abgebrannt sei. Der Verfasser gab aber nicht auf, und russische Freunde der Wahrheit gaben den Tip, es in der Leninbibliothek in Moskau zu versuchen. Auch dort war zunächst nichts aufzutreiben, aber im heutigen Russland weiß immer einer weiter. Es gab noch ein Archiv der Leninbibliothek außerhalb von Moskau, und da wurde man fündig. Den Artikel gibt es wirklich. Er sei in deutscher Übersetzung nachstehend wiedergegeben:

Komsomol (Wahrheit), 28.10.1990 Seite 2

E. Schirnow

Die Hinrichtungsprozedur war abscheulich

"Trübes Wetter herrscht auch auf der anderen Seite des Zauns. Auf dieser Seite sorgen nicht nur der Nebel und der leichte Regen dafür, dass die Landschaft wie die eines Horrorfilms wirkt, sondern auch das flackernde graue Licht, das unter den Füssen knirschende Moos, die mehr als menschenhohen Gräser, die rutschige, federnde Erde über den Massengräbern.

"Jetzt sieht man sie wegen des Laubteppichs nur schlecht", erklärt mein Begleiter. "Aber im Frühling, wenn der Schnee schmilzt, ist das ganze Gelände klar zu erkennen. Hier hat man eine Bodenprobe genommen, um zu ermitteln, ob menschliche Überreste vorhanden sind". Er zeigt auf ein kleines Bohrloch. Das Ergebnis war positiv, hier befindet sich ein Massengrab. Aber der friedhofartige Modergeruch sagt mehr als jede beliebige Analyse.

Rechts vom Pfad befinden sich noch morsche Überreste des alten Zauns. Hinter diesem lag vermutlich die Hinrichtungsstätte. Von hier bis zum Schlimmsten – dem Graben – sind es nur zwei Schritte. Auch diese Szene wirkt wie aus einem Film, aber diesmal aus einem anderen, einem Dokumentarfilm nämlich. Erinnern Sie sich an den Streifen "Der gewöhnliche Faschismus"? Oder ist dies ein Merkmal eines jeden Totalitarismus? Fröhliche Henker und säuberlich angeordnete Leichenschichten in den Gräben? Bei uns gab es anscheinend keine solchen Aufnahmen. Auch wurde weniger Tamtam darum gemacht, und man scheute das Licht – im allgemeinen fanden die Erschießungen bei Nacht statt.

Ich hatte Gelegenheit, die ersten Ordner der ersten Dokumentensammlungen des so lange in den Archiven vergrabenen Aktenbestandes Nummer sieben einsehen zu können. Darin finden sich Erschießungsbefehle, Angaben zum Zeitpunkt ihrer Vollstreckung, Anweisungen für den Kommandanten des Friedhofs von Wagankowsk zur sofortigen Vergrabung der Leichen.

Ende der zwanziger Jahre konnte man noch alle Leichen in Moskau verscharren. Doch in Übereinstimmung mit der Theorie des Lehrers und Generalsekretärs nahm der Klassenkampf von Tag zu Tag an Heftigkeit zu; er versetzte Heerscharen frischgebackener politischer Führer in einen Zustand blutrünstiger Raserei und sorgte dafür, dass sich die Gefängnisse des NKWD mit immer neuen Opfern füllten. Die Zahl der gemäß dem Plan zur Höchststrafe Verurteilten war weit größer als das Fassungsvermögen des Dorffriedhofs von Wagankowsk. Das Friedhofskrematorium des Donskoi-Klosters musste bei der Beseitigung der Leichen mithelfen. Dann ergingen neue Anweisungen zur zusätzlichen Verbrennung Dutzender von Leichen. Man beachte, dass Auschwitz und Buchenwald damals noch nicht existierten.

Die sowjetischen Öfen erwiesen sich allerdings als unzureichend. Mit dem Übergang zur Massenvernichtung der Konterrevolutionäre mussten – abermals lange vor der deutschen Besetzung – Gräben ausgehoben werden. Dabei bemühten sich nicht nur die Kommandoabteilungen des NKWD redlich. Milizionäre und Soldaten der Kommandanturen bei den Militärgerichten beteiligten sich an den Erschießungen. Hauptmann Ignatiew, Kommandant des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofs der UdSSR, vollstreckte die Urteile manchmal eigenhändig, was er auf der Rückseite der Hinrichtungsbefehle auch vermerkte. Zwischen den verschiedenen zuständigen Ämtern gab es nur einen einzigen Unterschied: Manche ordneten die Anwesenheit des Staatsanwaltes sowie eines Arztes bei den Exekutionen an und andere nicht.

Das Ausmaß der Hinrichtungen erforderte eine Verbesserung der Arbeitsorganisation. Es wurde ein "Albumsystem" der Verhaftungen eingeführt. Sämtliche Bewohner des einem bestimmten Amt unterstellten Territoriums wurden nach Nationalität, Herkunft etc. in Kategorien eingeteilt. Erging beispielsweise eine Anweisung zur Unschädlichmachung polnischer Spione, so wurde der betreffende Teil des Albums geöffnet und es wurde der Befehl erteilt, alle Polen zu verhaften. Wie hoch war die festgesetzte Quote? Zehn, zwanzig, hundert? Dann wurden die ersten zehn oder zwanzig oder hundert der im Album figurierenden Verdächtigen festgenommen.

Vielleicht liegt hier, in Butowo, etwas südlich von Moskau, General Dschunkowski begraben. Genau genommen war er zum Zeitpunkt seines Ablebens längst nur noch ein Ex-General und ein Ex-Adliger. Im Oktober 1937 wurde sein Name im Album angekreuzt. Der "Konterrevolutionär" war damals schon stattliche 73 Jahre alt. Er litt an Asthma und Herzbeschwerden und hatte eine erstaunliche Vergangenheit. Von 1905 bis 1913 war er Gouverneur von Moskau gewesen, von 1913 bis 1915 Mitarbeiter des Innenministers und Chef des Gendarmeriekorps. Er war fürwahr ein ungewöhnlicher Gendarm, kämpfte er doch gegen Provokationen und Provokateure, stand in scharfer Opposition zur Kaiserin sowie der Clique um Rasputin und wurde deshalb entlassen und an die deutsche Front geschickt. Bis zum Dezember 1917 befehligte Generalleutnant Dschunkowski das dritte sibirische Infanteriekorps.

Anno 1918 beriet er Dserschinski beim Aufbau der Militärischen Sonderkommission, und ein Jahr darauf wurde er als ehemaliger zaristischer Würdenträger in ein Konzentrationslager gesperrt. Nach seiner Freilassung wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt, aber die OGPU ersuchte ihn bei der Schaffung eines neuen Pass- und Visumsystems um Hilfe. Dann folgte das Finale: Er bekannte sich nicht schuldig, wurde jedoch aufgrund der absurden Zeugenaussagen zweier Hauswarte – Abdulla Chasjanow und Sergej Schogow – zum Tode durch Erschießen verurteilt.

Dies war übrigens einer von vielen "technischen Kniffen" des NKWD-Apparats. Sämtliche Mitarbeiter der kommunalen Dienste, vom Hauswart bis zum Totengräber, gehörten zum Personal jenes Ministeriums. So ergab sich ein geschlossener technologischer Kreis. Die Mitarbeiter eines Ministeriums machten belastende Aussagen, führten Untersuchungen durch, fällten in dreiköpfigen Richterkollegien Urteile, führten Erschießungen durch und begruben die Leichen der Füsilierten.

Erst als die Zahl der zur Höchststrafe Verurteilten auf dreihundert pro Tag anschwoll, geriet die Tötungsmaschinerie ins Stocken. Doch auch hier fand man einen Ausweg. Die Dokumente der Ermittler in Sachen Isaj Dawidowitsch Berg, ehemaliger Chef der administrativen und wirtschaftlichen Abteilung des UNKWD Moskau, sprechen für sich und machen jeden Kommentar überflüssig.

Berg war damals Leiter der operativen Gruppe zur Vollstreckung der Beschlüsse der Moskauer UNKWD-Troika. Mit seiner Mitwirkung wurden Fahrzeuge – die sogenannten Duschegubki ("Seelentöter") - geschaffen. In diesen Fahrzeugen wurden zum Tode durch Erschießen Verurteilte abtransportiert und auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte mit Gas vergiftet.

Berg gestand, dass er die Vollstreckung von Todesurteilen mittels Fahrzeugen (Duschegubki) organisiert hatte; er begründete dies damit, dass er lediglich Anweisungen der Moskauer UNKWD-Führung ausführte und dass es angesichts der großen Zahl von Todesurteilen, welche drei dreiköpfige Richtergremien zugleich fällten, ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre, die Verurteilten zu erschießen.

Aus den bei Verhören abgegebenen Aussagen Bergs sowie den Gesprächen zwischen Angehörigen des Moskauer UNKWD ging hervor, dass die von Berg organisierte Hinrichtungsprozedur abstoßenden Charakter trug. Die zum Tode durch Erschießen Verurteilten mussten sich völlig nackt ausziehen, worauf man sie fesselte, ihnen den Mund zuklebte und in den Fahrzeugen zusammenpferchte. Der Besitz der Festgenommenen wurde unter der Aufsicht Bergs geraubt.

Die Duschegubki waren als Brotwagen getarnt. Allem Anschein nach brachten sie ihre "tote Last" ebenfalls nach Butowo. Die Last der moralischen Verantwortung tragen freilich ganz andere Leute.

Worin bestand die Schuld des Fähnrichs, der hinter uns längs des Dickichts aus phantastisch hohen Grashalmen marschiert? Er war nichts weiter als ein unfreiwilliger Hüter des schrecklichen Geheimnisses, das sich um den Tod von vielen tausend Menschen in Butowo rankte. Ein unfreiwilliger Hüter war er deshalb, weil er stets wusste, dass er einen Platz bewachte, den der KGB im Jahre 1963 zum Mobilisierungszentrum bestimmte. Ein großer Teil der Massengräber reicht über dieses Territorium hinaus und erstreckt sich bis in die Urlaubszone. Und was empfindet seine Familie jetzt, nach den Veröffentlichungen in den Zeitungen?

Was empfinden die anderen Mitarbeiter des KGB, die gezwungen sind, sich für Verbrechen zu rechtfertigen, die sie nicht begangen haben, und die den Antragstellern – den Verwandten der Getöteten – erklären müssen, dass ihre Lieben unschuldig hingerichtet worden sind?

Die Situation mit den Gräbern mutet geradezu unwirklich absurd an.

Die Daten über die Massengräber in Butowo unweit der Sowchose "Kommunarka" wurden schon vor langer Zeit an die Staatsanwaltschaft sowie an die sowjetischen Organe weitergeleitet. Irgendwelche Reaktionen hierauf sind nie erfolgt. So lästerlich dies auch wirken mag – man kommt nicht umhin zu konstatieren, dass die Opfer der Repression manchmal zu einem abstrakten Begriff aus der Terminologie einer neuen politischen Wirtschaft werden. Man braucht sie bei Massenveranstaltungen und Wahlen als Banner und Losung; oft braucht man sie lediglich als Grund für die Beantragung finanzieller Entschädigung. Doch die bis zum Hals im Sumpf ihrer Alltagsprobleme steckende Gesellschaft braucht sie in keiner Weise. Wird man zum Gedenken an sie Friedhöfe anlegen? An Stätten, wo Blut vergossen wurde, sollte man lieber Kapellen statt Stelen errichten. Bedarf es denn irgendwelcher pompösen Denkmäler? Neben den Opfern liegen auch ihre Henker, die ihrerseits zu Opfern geworden sind. Zu ihnen gehört beispielsweise auch Berg.

Wenn ich den Erfinder der Duschegubki als Henker betitle, gehe ich eingestandermaßen ein gewisses Risiko ein. Berg wurde nämlich nicht deswegen zum Tode verurteilt, sondern wegen seiner angeblichen Beteiligung an der nächsten mythischen Verschwörung, und anno 1956 wurde er als unschuldig rehabilitiert. Das Rehabilitierungsverfahren in Sachen Dschunkowski wurde hingegen erst letztes Jahr eröffnet, und zwar einfach darum, weil zuvor niemand einen entsprechenden Antrag gestellt hatte…

Berg könnte freilich auch auf der "Kommunarka" begraben sein, nicht weit von der Datscha des füsilierten ehemaligen Innenminister Genrich Jagoda. (Auch dort ist ungefähr ein Hektar Wald von Gräbern übersät; auch dort ergab eine Bodenprobe das Vorhandensein menschlicher Überreste.) Wer kann es schon wissen?

Meiner Meinung nach einzig und allein die Leiter des Archivs des KGB-Zentralapparats. Vielleicht hat die Suche nach diesen (und anderen) Gräbern darum so lange gedauert, weil die gemütliche Datscha Jagodas, insbesondere ihr linker Flügel, sich an dieser malerischen Stelle befindet, unweit eines Weihers, wo vorsorglich Angelgerät bereitliegt? Vielleicht hat man uns darum verboten, die Datscha zu fotografieren oder uns mit der Wache zu unterhalten?

Begreift man denn nicht, dass heutzutage jedes Vertuschen von Dokumenten über die Repressionen dem KGB sowie seinem Vorsitzenden selbst zum Schaden gereicht? Übrigens hat letzterer, wie man mir in der Presseabteilung des Moskauer Führungskomitees mitteilte, die Anweisung erteilt, sämtliche Informationen über die Massengräber zu veröffentlichen.


Bevor es noch das 3. Reich gab, verwendeten die Bolschewisten den Gaswagen zum "Klassenmord"

Welcher Berufsantifaschist und Gut (oder gar Besser-)mensch weiß das heutzutage?

Ist das nun der Vergleich mit den angeblich deutschen Gaswagen "Aufrechnung" oder der Versuch gleiche Fakten objektiv gleich zu behandeln?

Zumal gewiss seriöse Quellen bestreiten (nicht leugnen!), dass es deutsche Gaswagen gegeben habe. Ist das strafbares "Leugnen" oder verifizierbares "Bestreiten"?

Warum dürfen "Revisionisten“ auf diesem Gebiet ihre Forschungsergebnisse - auch dann, wenn sie "sozialethisch verwirrende“ Ergebnisse liefern oder nicht "politisch korrekt“ sind - nicht ohne Angst vor Verfolgung publizieren?

Das lässt uns überleiten zur nächsten Frage:

Über den Wert von "Geständnissen" von deutschen "Kriegsverbrechern"

Mit Ihrer finanziellen Unterstützung halten wir den Aufklärungskampf durch

Die Öffnung der ehemals sowjetischen Archive in Russland lässt doch interessante Einblicke in die Verfolgungsmaßnahmen der sowjetischen Justiz nach dem 2. Weltkrieg zu. Bemerkt sei aber dazu, dass die Ergebnisse dieser Verfolgungsmaßnahmen noch heutzutage als "Holocaust-Leugnung" gelten und daher einem (nirgends fachgerecht einwandfrei definierten!) "Beweisthemenverbot" unterliegen. Jedenfalls nach österreichscher Praxis.

Schauen wir uns doch als bemerkenswertes Beispiel die Befragung der "Topf-Ingenieure" an.

Die Fa. Topf war Erzeugerin von Kremierungsöfen. Die Erzeugung von Kremierungsöfen ist auch heutzutage noch ein ehrenwertes Gewerbe. Aber die Fa. Topf lieferte im 2. Weltkrieg auch an die SS. Damit waren die Konstrukteure und Monteure nach Ansicht der Sieger Kriegsverbrecher. Die "Topf-Ingenieure" wurden in der Sowjetunion verurteilt und haben den Aufenthalt dort im Regelfall nicht überlebt.

Das Verhör der Karl Schultze (Eines Topf-Monteurs) liest sich auszugsweise so:

"......Sie (sechzig Leichen) lagen entkleidet auf dem Boden, um in den Krematoriumsofen eingeschoben zu werden. Ihrem Aussehen nach waren sie in der Gaskammer ermordet worden

Der Vernehmende wechselt danach das Thema und befragt über die innere Einrichtung der Gaskammer.

Kein Vernehmender hätte die folgenden Fragen unterlassen:

".....Und woran haben Sie erkannt, dass das Vergaste sind und woher kennen Sie das Aussehen von Vergasten und wie oft und wo haben Sie vorher solche Wahrnehmungen gemacht und wieso haben Sie solche machen können?"

In Strafprozessen tätige Gerichtssachverständige sind naturgemäß auch in Vernehmungskunde erfahren und könnten dem Leser versichern, dass solches Nachfragen unbedingt erforderlich gewesen wäre. Man kann sich aber nicht nur auf die Praxis, sondern auch auf den des Revisionismus gewiss unverdächtigen österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein berufen.

Der schrieb in "Über Gewissheit" zu 441:

»Im Gerichtssaal würde die bloße Versicherung des Zeugen (hier: des Beschuldigten) "ich weiß....." niemanden überzeugen. Es muss gezeigt werden, dass der Zeuge in der Lage war zu wissen.
Und damit spießt es sich halt bei den "Zeitzeugen für die Gräuel" immer wieder. Schon der Gutachter Jagschitz hat im "Honsik-Prozess" 1992 angegeben, dass die Mehrzahl der Angaben der "Zeitzeugen" als unglaubwürdig zu qualifizieren sei.
Es bleibt nun die Frage, was deutsche Ingenieure veranlassen konnte, derartig absurde Desinformationen, wie in den oben erwähnten Verhörprotokollen verzeichnet, in der Tat abzugeben.«

Die Antwort findet sich in SOLSCHENIZYNs "Archipel Gulag" Dort ist in der rororo-Ausgabe auf den Seiten 106-110 die Antwort leicht zu finden.

Solschenizyn beschreibt dort die fast zwei Dutzend Methoden, wie man Leute auch ohne direkte körperliche Folter dazu bringt, alles zu unterschreiben was man ihnen oktroyiert. Solschenizyn illustriert dies in der Folge sehr eindrucksvoll am Schicksal des Bayern Jupp ASCHENBRENNER (Seite 110):

"Nun stellen Sie sich auch noch einen Ausländer in diesem benebelten Zustand vor: Er kann nicht russisch und versteht nicht das geringste von dem, was man ihm da vor Augen hält. Der Bayer Jupp Aschenbrenner unterschrieb auf solche Weise, dass er in einem deutschen Mordkommando gedient habe. Erst im Lager, 1954, konnte er beweisen, dass er zur besagten Zeit in München einen Elektroschweißerkurs besucht hatte."

Man hatte dem Jupp Aschenbrenner vorgeworfen, einen (Mord)Gaswagen gelenkt zu haben. Dafür wurde er zunächst zum Tode verurteilt und dann zu 25 Jahren Lagerhaft "begnadigt". Im Lager traf er durch Zufall einen Kameraden, mit dem er den Schweißerkurs besucht hatte. Aber vorher hatte er "gestanden" ein hitleristischer Mordgeselle gewesen zu sein. Es wäre interessant, zu erfahren, was aus Jupp Aschenbrenner geworden ist. Kann ein Leser Zweckdienliches bekanntgeben?


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